Login
Getreide

Unruhen in Libyen verunsichern Getreidemarkt

von , am
25.02.2011

Bonn - Die Unruhen in Libyen wirken sich auch am deutschen Getreidemarkt aus. Viele Händler rechnen mit massiven Beeinträchtigungen des Getreidehandels.

Die Unruhen in Nordafrika zeigen auch ihre Wirkung auf den internationalen Rohstoffmärkten. © Morane/Fotolia
Zudem wird nicht ausgeschlossen, dass sich die Unruhen zu einem Flächenbrand entwickeln, der die wirtschaftlichen Beziehungen mit weiteren Ländern in der Region gefährdet. Libyen ist im Vergleich mit anderen nordafrikanischen Ländern zwar ein vergleichsweise kleiner Weizen-Kunde - der IGC schätzt die Weizen-Einfuhren in diesem Wirtschaftsjahr auf 1,7 Millionen Tonnen, das wären rund ein Fünftel weniger als im Vorjahr und entspricht lediglich einem Anteil von acht Prozent an den Weizenimporten Nordafrikas.
 
Allerdings ist Libyen für deutsche Getreide-Exporteure nach Aussage von Martin Schraa, Bereichsleiter Pflanzenbau bei der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft, ein sehr interessanter Markt. So wurden im ersten Halbjahr 2010/11 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes knapp 243.000 Tonnen Weichweizen aus Deutschland nach Libyen geliefert, das war gut ein Viertel mehr als im Vorjahr und entsprach einem Anteil von sechs Prozent am gesamten deutschen Weizenexport. Damit war Libyen der drittwichtigste Weizenkunde Deutschlands. Die Gerstenausfuhren in das Land beliefen sich im Juli-Dezember 2010 zudem auf 27.449 Tonnen. Damit belegt Libyen in der Rangliste der wichtigsten Empfänger deutscher Gerste immerhin den sechsten Platz. (AMI)

Ölpreis klettert auf Zweieinhalb-Jahreshoch

Die anhaltenden Proteste in Nordafrika hatten in den letzten Tagen bereits den Ölpreis auf ein Zweieinhalb-Jahreshoch geschickt. So kletterte am Donnerstag Öl der Sorte Brent in der Spitze auf 119,79 US-Dollar und lag damit nur knapp unter der wichtigen Marke von 120 US-Dollar. "Schätzungen zufolge belaufen sich die Produktionsausfälle in Libyen mittlerweile auf 400.000 Barrel pro Tag", sagte Eugen Weinberg, Rohstoffexperte der Commerzbank gegenüber Welt Online. Treibstoff der Marke Super E10 kostete in Deutschland vieler Orten über 1,53 Euro, Diesel übersprang die Grenze von 1,40 Euro. Im letzten Jahr bezog Deutschland rund 7,3 Millionen Tonnen Öl aus dem nordafrikanischen Land. (AMI/hek)

Auch interessant