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Getreide

USA: Hohe Preise und starke Anbauexpansion

© Maksymowicz/fotolia
von , am
26.09.2012

In den USA wird eine kräftige Ausweitung des Weizenanbaus für die Ernte 2013 erwartet. Ursache sind nicht nur die hohen aktuellen Preise sondern auch die sehr guten Preisaussichten für die nächste Ernte.

An der CBoT verlor der Weizen am gestrigen Handelstag gegenüber Donnerstag 8,50 Cent je Bushel. © Zöllner
Am US-Terminmarkt liegen die Preise für die neue Weizenernte 2013 derzeit nur drei bis fünf Prozent (%) unter dem aktuellen Preisniveau. In Europa kostet die neue Weizenernte 2013 am Terminmarkt rund zehn Prozent weniger als der gerade geerntete Weizen.

USA: Mehr Weizen, Mais und Soja

Die meisten Analysten gehen in den USA zudem auch bei Mais und Soja von einer kräftigen Anbauexpansion im nächsten Frühjahr aus. Über die Höhe der Flächenausweitung gehen die Meinungen bislang noch auseinander. Bei Weizen (Winter- und Sommerweizen) haben die US-Analysten von Informa Economics ihre Prognose zur Anbaufläche letzte Woche um rund zwei Prozent nach oben gesetzt. Damit geht man für die Ernte 2013 von einer Gesamt-Weizenfläche von 57,1 Millionen (Mio.) Acres (23,1 Mio. ha) aus, nach 56 Mio. Acres (22.67 ha) in diesem Jahr. Bereits im letzten Jahr hatten die US-Farmer den Weizenanbau um etwa drei Prozent ausgedehnt.

Weizenanbau wächst um vier Prozent

Mit der aktuellen Prognose bleibt Informa Economics jedoch unter den Anbauschätzungen zahlreicher weiterer Analysten sowie der Universität Texas. Diese gehen von einer Anbauausweitung von 1,5 bis zwei Mio. Acres (0,8 Mio. ha) auf 57,5 bis 58 Mio. Acres (23,47 Mio. ha) aus. Das wäre gegenüber der diesjährigen Anbaufläche ein Flächenzuwachs von drei bis vier Prozent . Allerdings bleibt man damit noch unter dem letzten Anbaurekord von 2008 mit 63 Mio. Acres (25,5 Mio. ha).
 
Für dieses Jahr (2012) wurde die US-Weizenernte auf 61,7 Mio. t geschätzt, davon waren 45,7 Mio. t Winterweizen. Im Jahr 2011 ernteten die US-Farmer nur 54,4 Mio. t Weizen, davon waren 40 Mio. t Winterweizen.

Neue Rekorde bei Soja und Mais?

Beim Mais erwartet Informa Economics im nächsten Frühjahr einen Zuwachs der Anbaufläche um gut ein Prozent auf 97,5 Mio. Acres (39,45 Mio. ha). Dies wäre die größte Anbaufläche seit 77 Jahren.
 
Bei Soja rechnen die Experten von Informa Economics im nächsten Jahr sogar mit einer Ausdehnung der Anbaufläche um fünf Prozent auf einen neuen Anbaurekord von 79,87 Acres (32,3 Mio. ha).
 
Grund für diese Expansion dürften neben den hohen Preisen auch die sehr kräftig geschrumpften US-Lagerbestände sowie die extrem gestiegenen Futterkosten sein. Allerdings geht man bei beiden Kulturen - insbesondere bei Soja - auch von einer Anbauexpansion in Südamerika aus.

Preise bis zum Herbst 2013 sehr hoch

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
In Argentinien und Brasilien rechnet man derzeit bei Soja mit einer Flächenausweitung von zwei Millionen Hektar beziehungsweise 2,5 Mio. ha auf 19,7 Mio. beziehungsweise 27,5 Mio. ha. Daraus würden sich (bei durchschnittlichen Erträgen) im nächsten Frühjahr neue Rekordernten von 55 und 81 Mio. t Soja ergeben.
 
Und auch bei Mais wächst die Anbaufläche in den beiden südamerikanischen Ländern um jeweils sechs Prozent auf knapp vier Millionen Hektar und 16 Millionen Hektar. Auch hier werden sehr große Ernten erwartet.
 
Trotzdem weisen die US-Terminmarktpreise für Soja und für Mais mit der neuen südamerikanischen Ernte im Frühjahr nur einen moderaten Knick von drei bis fünf Prozent bei Soja und sogar ein relativ stabiles Niveau bei Mais aus. Erst mit der neuen Soja- und Maisernte in den USA im Herbst 2013 rechnet man am Terminmarkt mit deutlicheren Preisabschlägen von zehn bis 15 %.
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