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Getreide

USDA: Gerstenbilanz bleibt eng

von , am
14.06.2012

Washington - Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) setzt die Schätzung sowohl für die weltweite Produktion als auch den Verbrauch von Gerste leicht nach unten. Korrekturen gab es vor allem für die Gerstenernte in der Türkei.

Bei der Futtergerste sollte der Stickstoffgehalt im Korn über 2 Prozent liegen. © Mühlhausen/landpixel
Am globalen Gerstenmarkt deckt die neue Ernte nicht den Bedarf. Die Bestände werden weiter schrumpfen. Damit verändert sich jedoch die grundsätzliche Einschätzung des USDA vom Mai zum Juni kaum. Allerdings setzten die US-Experten sowohl die Produktion als auch den Verbrauch leicht nach unten. Einer globalen Ernte von 134,7 Millionen Tonnen (Mio.t.) stände danach ein Bedarf von 135,7 Mio. t gegenüber, so dass die Bestände um rund 0,5 Mio. t auf 20 Mio. t schrumpfen. Das wäre der niedrigste Bestand seit 2007.

Produktionskorrektur für die Türkei

Ursache für den globalen Produktionsrückgang ist die kleinere Ernte in der Türkei, die von knapp 6,3 auf 5,8 Mio. t reduziert wurde. In anderen wichtigen Produktionsregionen ließ das USDA seine Ernteerwartungen im Vergleich zum Vormonat unverändert. Dies gilt unter anderem für die EU, Russland, Kanada, Argentinien, Australien und die Ukraine. Die Erwartung für den Welthandel blieb mit rund 17 Mio. t zum Vormonat ebenfalls unverändert und liegt rund eine Mio. t unter dem Vorjahreswert.

EU-Prognose insgesamt stabil

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Für die EU schätzt das USDA im Juni ebenso wie im Mai eine Gerstenernte von rund 53,6 Mio. t. Dies wäre im Vergleich zum schwachen Vorjahr immerhin ein Zuwachs von 2,1 Mio. t. Der Verbrauch der EU-Länder wir auf 52,2 Mio. t veranschlagt und damit ebenfalls 0,5 Mio. t höher als im letzten Jahr. Der EU-Bedarf wäre bei der erwarteten Erntemenge allerdings gut gedeckt. Die Bestände sollen wegen der fast stabilen Exporte von 2,4 Mio. t jedoch auf nur noch 4,3 Mio. t zurückgehen.

Deutsche Ernte größer, spanische Ernte kleiner

Die relativ stabilen Produktionszahlen für die Gesamt-EU täuschen allerdings darüber hinweg, dass es zwischen den Ländern einige Verschiebungen gegeben hat. So hat das USDA die deutsche Gerstenproduktion von 9,1 Mio. t auf 9,6 Mio. nach oben korrigiert. Auch für Polen setzte das USDA die Ernte im Juni um 0,15 Mio. t auf 3,6 Mio. t nach oben.
 
Gleichzeitig wurde die spanische Produktion (wegen der erneuten Hitze in der wichtigen Anbauregion Kastilien-Leon) um weitere 0,6 Mio. t auf 6,5 Mio. t. reduziert. Damit bliebe die spanische Gerstenproduktion etwa 1,8 Mio. t unter dem Vorjahreswert. Stabil blieb die Produktionsschätzung hingegen mit 10,9 Mio. t für Frankreich. Diese Produktionsmenge liegt rund zwei Mio. t über der schwachen Vorjahresernte.
 
 
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