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Getreide

USDA: Globale Weizenernte deckt nicht den Bedarf

von , am
11.05.2012

In Europa hat der aktuelle USDA-Report die Weizenpreise zunächst einmal nicht gestützt. Und das, obwohl zwischen Produktion und Verbrauch eine Lücke von neun Millionen Tonnen klafft.

Die Vermehrungsflächen beim Winterweizen ging 2015 um 8,2 Prozent auf 53.400 ha zurück. © Mühlhausen/landpixel
Dabei wird die globale Produktion nach Einschätzung des US-Landwirtschaftsministeriums im nächsten Jahr um 19 Millionen Tonnen (zwei Prozent) auf 675 Millionen Tonnen (Mio. t) zurückgehen. Gleichzeitig soll jedoch der Verbrauch um acht Millionen Tonnen auf 686 Millionen schrumpfen.
 
Ursache ist nach Auffassung des USDA der Rückgang des Weizeneinsatzes in der Tierfütterung. Dennoch nehmen die Bestände um elf auf 188 Mio. t ab, denn zwischen Produktion und Verbrauch klafft eine Lücke von immerhin neun Millionen Tonnen. Der im laufenden Jahr rekordhohe Welthandel geht vor allem wegen des geringeren Bedarfs an Futterweizen von 145 Mio. t auf 137 Mio. t zurück.

Produktionseinbruch in der Ukraine und Kasachstan

Der kräftige globale Produktionsrückgang resultiert aus den kleineren Ernten in der Ukraine, in Kasachstan, in der EU und in Argentinien. Alle vier Länder sind exportorientiert. In der
  • Ukraine rechnet das USDA wegen der starken Auswinterung mit einem Produktionsrückgang von 22 Mio. t im letzten Jahr auf 13 Mio. t im Jahr 2012,
  • in Kasachstan schrumpft die Produktion wegen Trockenheit von knapp 23 Mio. t auf 15 Mio. t und
  • in der EU von 137 Mio.t auf 132 Mio. t.
Einen kräftigen Produktionszuwachs erwartet man hingegen in den Vereinigten Staaten selbst. Beim weltgrößten Exporteur soll die Produktion infolge einer Flächenausweitung und sehr guten Aussaat- und Wachstumsbedingungen auf von 54 Mio. t auf 61 Mio.t steigen.
 
Allein die Winterweizenproduktion wächst sechs Millionen Tonnen (13 %) auf 46 Mio. t und der US-Export könnte um vier Millionen auf 31,5 Mio. t steigen. 

Deutsche Ernte auf Vorjahresniveau

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Interessanterweise schloss sich das USDA bei seiner Einschätzung für die deutsche Ernte nicht der letzten Ernteschätzung (April) des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) an. Dieser hatte die deutsche Weizenernte infolge Auswinterung und Trockenheit von 22,78 Mio. t im letzten Jahr um eine Million Tonnen auf 21,5 Mio. t in 2012 reduziert. Das USDA erwartet in seinem Report mit 22,5 Mio. t hingegen eine fast unveränderte Produktion. Solle indessen der DRV Recht behalten müssen die europäische Ernte noch weiter reduziert werden.
 
Für Frankreich rechnet die US-Experten mit 36,5 Mio. t und damit mit einer etwas größeren Ernte wie im letzten Jahr (36 Mio. t). Verantwortlich für den Produktionsrückgang in der EU sind in der USDA-Prognose vor allem die deutlich kleineren Ernten in Polen (Auswinterung) sowie in Spanien, Rumänien und Bulgarien wegen Trockenheit.
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