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Getreide

USDA: Globale Weizenernte immer kleiner

von , am
13.06.2012

Washington - Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) hat seine Prognose für die globale Produktion von Weizen weiter nach unten korrigiert. Die EU-Prognose wurde nochmals um eine Million Tonnen gesenkt.

Englische Landwirte holten sich dank einer perfekten Saison den Weltrekord für die Weizenernte. © Mühlhausen/landpixel
Damit wäre die Produktion im kommenden Jahr (2012/13) mit 672 Millionen Tonnen (Mio.t) rund fünf Millionen Tonnen kleiner als man noch im Mai erwartet hatte und würde die Rekordernte des letzten Jahres um 22 Mio. t verfehlen. Auch die Bestände schrumpfen weiter und fallen auf ein vier-Jahrestief.
 
Wegen des kleineren Angebots geht zudem auch der Welthandel zurück. Obwohl auch der Verbrauch (insbesondere an Futterweizen) rückläufig ist, wächst die Lücke zwischen Produktion und Verbrauch auf etwa zehn Millionen Tonnen.

Kleinere Ernte in Russland

Ursachen für die Korrektur an der Weizenernte sind Produktionskürzungen in
  • Russland,
  • der EU,
  • der Türkei und
  • in den USA.
Dabei haben insbesondere die erwarteten trockenheitsbedingten Produktionsausfälle in Russland bereits Mitte Mai zu einem kräftigen Preissprung an den globalen Weizenmärkten geführt. Ursache sind hier Niederschlagsmangel und Hitze in den wichtigsten Anbauregionen für Winterweizen in Südrussland. Insgesamt wurde die russische Produktion im Vergleich zur Mai-Prognose und zum Vorjahr um drei Millionen Tonnen auf 53 Mio. t nach unten gesetzt. Wegen der im Vergleich zum Vorjahr stark geschrumpften Bestände soll der russische Export allerdings weitaus deutlicher um fünf Millionen Tonnen im Vergleich zum Vorjahr und um zwei Millionen Tonnen gegenüber der Maiprognose zurückgehen. Nicht wenige Marktbeobachter halten die Korrektur der russischen Produktion wegen der (anhaltenden Trockenheit in Südrussland) allerdings für zu gering und erwarten einen Produktionsrückgang von zehn bis 15 Prozent. 

EU-Produktion weiter reduziert

Die Weizenproduktion der EU hat das UDSA im Vergleich zum letzten Monat nochmals um eine Million Tonnen auf 131 Mio. t nach unten gesetzt. Die Vorjahresernte würde damit um mehr als sechs Millionen Tonnen verfehlt. Das USDA begründet die erneute Korrektur der europäischen Ernteprognose mit den unter den ursprünglichen Erwartungen bleibenden Erträgen. Neben dem trockenen Herbst und den Auswinterungsschäden hat man nun auch die Auswirkungen der Frühjahrstrockenheit berücksichtigt.
 
Im Vergleich zum Mai kürzte das USDA die Weizenproduktion in Deutschland von 22,5 Mio. t auf 21,8 Mio. t (Vorjahr: 22,8 Mio. t), für Polen reduzierte man die Produktionserwartung von 8,8 Mio. t auf 8,1 Mio. t und auch für Spanien und Italien setzte man die Ernteprognosen leicht nach unten. Dagegen ließ das USDA die Ernteschätzung für das Vereinigte Königreich unverändert und für Frankreich gab es wegen der reichlichen Regefälle sogar eine Korrektur um 0,5 Mio. t auf 37 Mio. t nach oben. Damit wäre die französische Ernte besser als im Vorjahr. Den europäischen Export beließ das USDA bei 14,5 Mio. t und damit rund zwei Millionen Tonnen unter dem Vorjahreswert (16,5).

Hitze reduziert US-Produktion nur leicht

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Nur leicht gekürzt hat das USDA die erwartete US-Ernte. Dabei hatte die Auswirkungen von Trockenheit und Hitze zuletzt zu einer stetigen Verschlechterung bei der wöchentlichen Bonitierung der Winter- und Sommerweizenbestände in den USA geführt. Nicht wenige Analysten hätte deshalb eine etwas stärkere Korrektur bei den Produktionsdaten erwartet. Allerdings waren bis 10. Juni bereits 35 Prozent (%) des US-Winterweizens geerntet - mit überraschend guten Ergebnissen. Vor diesem Hintergrund nahm das USDA die Produktionsprognose auf 60,8 Mio. t zurück und beließ den erwarteten Export bei 31,5 Mio. t. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Produktionszuwachs von zwölf Prozent (sieben Millionen Tonnen). Allerdings wurden die US-Bestände gegenüber Mai um mehr als eine Million Tonne auf den niedrigsten Stand seit 2008 reduziert. 
 
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