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Getreide

USDA-Report: Europäische Weizenernte steigt weiter

© Mühlhausen/landpixel
von , am
11.11.2014

Der neue USDA-Report setzt die Prognose für die europäische Weizenernte nochmals nach oben. Die Weizenpreise reagierten kurz nach der Veröffentlichung des Reportes leicht schwächer.

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Im November-Report des USDA steckten zumindest einige kleine Überraschungen. Unmittelbar nach der Veröffentlichung der neuen Daten reagierten die Märkte jedenfalls mit steigenden Preisen für Mais sowie mit etwas schwächeren Kursen für Weizen und Soja. Die Preise für Mais lagen in Chicago um 18:30 Uhr MEZ knapp ein Prozent (%) im Plus. Die Sojapreise rutschten um 0,5 % ins Minus und der Weizen veränderte sich kaum. Der Raps am kanadischen Terminmarkt rutschte 0,7 % ins Minus. Dabei können sich die Einschätzungen des Marktes zu den neuen Eckdaten im Verlauf des Abends und in den nächsten Tagen durchaus noch ändern und den Preisen eine andere Richtung geben.

Stabile Weizenpreise in Chicago

Ursache für die einigermaßen stabilen Preise beim Chicago-Weizen war die überraschende und vom Markt (wegen der schwachen Exporte) nicht erwartete moderate Abwärtskorrektur der US-Endbestände. Dagegen wurden die globalen Endbestände beim Weizen leicht nach oben gesetzt. Gleichzeitig hat das USDA jedoch die globale Weizenernte um 1,2 Millionen Tonnen (Mio. t) nach unten korrigiert. Dahinter standen Abwärtskorrekturen der Erntemengen in Australien, Kasachstan und Ägypten. Für die Weizenernte in der Europäischen Union ging es hingegen nochmals nach oben. Die Erntemenge in Russland und der Ukraine ließ das USDA im November hingegen ebenso unverändert wie die Weizenproduktion in den USA, in Kanada, Indien und in China. Insgesamt wirken die Weizendaten relativ neutral. Für den Dezemberkontrakt lagen die Preise am Montag Abend bis 19 Uhr ganz leicht im Plus und für die späteren Termine leicht im Minus.
  • Weitere Hintergründe zur Europäischen Weizenernte können Sie ab Donnerstag im Podcast hören...

Anstieg beim Maispreis

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Ursache für den Preisanstieg beim Mais war die Abwärtskorrektur der US-Maisernte sowohl unter die Analystenschätzung als auch unter den Oktoberwert. Das USDA hat die jetzt erwartete US-Rekordernte um rund 1,7 Mio. t auf 366 Mio. t nach unten gesetzt. Die US-Endbestände wurden ebenfalls unter den Oktoberwert und unter die Analystenschätzung zurückgenommen. Die globalen Endbestände gingen indessen trotz der Abwärtskorrektur der chinesischen Ernte leicht nach oben und auch die globale Erntemenge blieb stabil. Ursache sind die größeren Maisernten in der Ukraine und in der EU. Die erwartete Maisproduktion für Brasilien und für Argentinien blieb unverändert.

Sojapreis etwas schwächer

Bei Sojabohnen hat das USDA seine Produktionsschätzung für die riesige neue US-Rekordernte zwar leicht nach oben gesetzt blieb damit jedoch unter den Erwartungen der Analysten. Unverändert blieben die Ernteprognosen für Brasilien und Argentinien. Die Endbestände in den USA bleiben auf dem Stand von Oktober und damit größer als zuvor von den Analysten erwartet wurde. Die globalen End-Bestände wurden indessen ganz leicht nach unten korrigiert. Der chinesischen Import von Sojabohnen blieb unverändert und ebenso die Exportmengen Argentiniens und Brasiliens. Dafür wurden die US-Exporte leicht nach oben korrigiert. Damit wirken die Sojadaten offenbar leicht bärisch. Für den Januarkontrakt lagen die Preise am Montag Abend bis 19:00 0,9 % im Minus.

Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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