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Getreide

USDA-Report: Gerstenbestand fällt auf Rekordtief

von , am
14.01.2013

Anders als in Europa ist die internationale Versorgungsbilanz bei Gerste in diesem Jahr nicht besonders komfortabel. Das geht aus dem aktuellen Bericht des US-Landwirtschaftsministeriums hervor.

Die Gerstenernte ist in vielen Teilen Deutschlands abgeschlossen. © landpixel
Einer globalen Erntemenge von knapp 130 Millionen Tonnen (Mio. t) steht ein Bedarf von knapp 133 Mio. t gegenüber. In der Folge könnten die globalen Endbestände auf weniger als 20 Mio. t und damit auf den niedrigsten bislang überhaupt gemessenen Stand zurückgehen.
 
In Europa ist der Markt in diesem Jahr jedoch gut versorgt. Dennoch verlief der Drittlandsexport bislang jedoch weitaus weniger dynamisch als bei Weizen. Eine Ursache könnte der stärkere Handel innerhalb der EU sein.

Bilanzlücke wird größer

Eigentlich müsste die Nachfrage nach europäischer Gerste in diesem Jahr sehr gut sein, denn die globale Produktion ist im Vergleich zum Vorjahr um mehr als vier Millionen Tonnen auf knapp 130 Mio. t zurückgegangen. Die weltweite Bedarfsmenge ist in den letzten Jahren zwar geschrumpft, dennoch fehlen zur Bedarfsdeckung von knapp 133 Mio. t rund drei Millionen Tonnen Gerste.
 
Entsprechend wird zur Versorgung auf die noch vorhandenen Gerstenbestände zurückgegriffen. Diese schmelzen um rund drei Millionen Tonnen auf 19,8 Mio. t ab. Dies ist die bislang niedrigste vom USDA überhaupt ausgewiesene Menge.

EU-Lagerbestände schrumpfen

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Die Bilanz für die EU sieht aus Sicht des USDA mit einer Erntemenge von 54,4 Mio. t und einem Verbrauch von 52,8 Mio. t positiv aus. Im letzten Jahr waren Produktion und Verbrauch relativ ausgeglichen. Die Exportmöglichkeiten für die EU veranschlagt das USDA auf 3,5 Millionen Tonnen und damit etwas größer als im Dezember (3,3 Mio. t). Möglich waren die Exporte auch auf Kosten der Lagerbestände.
 
Während die EU-Bestände im Jahr 2009 noch bei 15 Mio. t lagen, waren es im Vorjahr noch fünf Millionen Tonnen und diesem Jahr lagern nur noch 3,5 Mio. t Gerste in Europa. Dieser Umstand erhöht auch die Preisvolatilität.
 
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