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Getreide

USDA-Report: Kein neuer Trend bei Weizen

von , am
11.02.2013

Analysten hatten für den neuesten USDA-Report eigentlich erwartet, dass die Weizenbestände größer geschätzt werden. Das Gegenteil war der Fall.

Weizen Börse
Der Absturz der Weizenpreise geht  zum Beginn  dieser Woche weiter. © landpixel
Wie so oft in den letzten Monaten ist es unmittelbar nach der Veröffentlichung der neuen globalen Marktdaten durch das USDA zu kräftigen Preisausschlägen an den internationalen Märkten gekommen. Dabei haben die Weizenpreise diesmal mehrfach die Richtung gewechselt, bis alle neuen Daten vom Markt verarbeitet waren.
 
Überrascht wurden die Analysten zunächst vom kräftigen Abbau der Weizenbestände in den USA. Dort hatte man diesmal eher mit einer Zunahme der Bestände gerechnet. Entscheidend für die weitere Entwicklung der Weizenpreise bleibt jedoch der Export.

US-Bestände schrumpfen kräftig

Kurz nach der Veröffentlichung der neuen USDA-Daten schossen die Weizenpreise in Chicago zunächst um zwei Prozent nach oben. Kurze Zeit später rutschten die Kurse jedoch sogar in den negativen Bereich, um sich am Ende des Tages mit einem leichten Plus aus dem Handel zu verabschieden.
 
Grund für den Preissprung nach Veröffentlichung der neuen Daten war die Reduzierung der US-Endbestände um 3,5 Prozent (%) auf 18,8 Millionen Tonnen (Mio. t). Analysten hatten wegen der zuletzt weiter unter den Erwartungen bleibenden Exporte sogar eine Zunahme der US-Weizenbestände erwartet.

Schwächere US-Exportdaten

Andererseits senkte man die Erwartungen an die Exporte des weltweit größten Weizenexporteuers USA von 29,5 Mio. t auf nur noch 29 Mio. t. Und diese Senkung erfolgte obwohl die Amerikaner zuletzt mehre Exportausschreibungen gewonnen hatten und sogar Weizen nach Europa (Vereinigte Königreich) verkauften und zeitweise Indien als Preisführer an den Exportmärkten unterboten hatte.
 
Die Märkte regierten auf die schwächeren Exportdaten des USDA jedoch mit einer Korrektur des ursprünglichen Preisanstiegs.

EU-Exporte wachsen trotz des teuren Euro

Dafür hat das USDA die Exporte der EU (trotz des sehr starken Euros) weiter nach oben gesetzt. Mit insgesamt 18,5 Mio. t erreichen die erwarteten EU-Ausfuhren jetzt eine ähnliche Größenordnung wie Kanadas Exporte (18,5 Mio. t) und fast den Umfang der weltweit an Position zwei liegenden Australier (19 Mio. t). Und dies obwohl sich der Euro und damit die Exporte seit Anfang Januar um rund acht Prozent verteuert haben.

Indien verkauft Weizen bis nach Europa

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Hauptproblem für die Australier (und die USA) an den asiatischen Märkten ist in diesem Jahr allerdings die sehr preiswerte Konkurrenz aus Indien. Die Inder füllen nicht nur die Lücke, die die Schwarzmeerexporteure hinterlassen haben, sondern sie sind auch bis zu 50 USD/t preiswerter als die Australier. Das USDA hat die indische Ausfuhrmenge jetzt von acht auf 8,5 Mio. t nach oben gesetzt. Damit exportiert Indien in diesem Jahr mehr Weizen als die Ukraine, Kasachstan oder Argentinien. In der vergangenen Woche hat sogar das Vereinigte Königreich 80.000 t Weizen in Indien für 315 USD/t gekauft.
 
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