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Getreide

USDA: Scharfer Bestandsrückgang lässt Weizenpreise steigen

© Cruelboy/fotolia
von , am
12.07.2013

Mit einem kräftigen Plus von 1,4 Prozent reagierten die Weizenpreise am US-Terminmarkt unmittelbar auf die neuen Daten und Einschätzungen zum Weizenmarkt.

An der Matif notierte der Weizen gestern wieder bei über 170 Euro je Tonne. © hapo/landpixel
Ausschlaggebend für den Preisanstieg bei Weizen war vor alle die kräftige Korrektur der Endbestände im neuen Wirtschaftsjahr nach unten. Betroffen von der Abwärtskorrektur waren sowohl die US-Bestände im nächsten Jahr, aber vor allem auch die globalen Weizenbestände.
 
In der Folge eines höheren Verbrauchs und Exports rutschten die globalen Endbestände bei Weizen auf nur noch 172,4 Millionen Tonnen (Mio. t) nach unten und lagen damit überraschend deutlich unter der letzten USDA-Prognose vom Juni (181,3 Mio. t) aber auch unter dem ebenfalls nach unten korrigierten Wert für das gerade zu Ende gegangene Wirtschaftsjahr von 174 Mio. t. Für das alte Wirtschaftsjahr 2012/13 waren die USDA-Analysten im Juni noch von Endbeständen von 179,9 Mio. t ausgegangen .

US-Bestände schrumpfen kräftig

Auch für die USA selbst setzten die Analysten des USDA die Weizenbestände für das neue Wirtschaftsjahr kräftig nach unten. Anstelle der noch im Juni geschätzten 17,9 Mio. t reduzieret das USDA die US-Bestände um mehr als zwei Mio. t auf 15,7 Mio. t und blieb damit auch deutlich unter der Analystenschätzung von knapp 17 Mio. t. Dabei hatte man die neue US-Weizenernte gegenüber Juni sogar von 56,6 Mio. t auf 57,5 Mio. t nach oben gesetzt. Grund für den Produktionsanstieg sind die höheren Erträge bei Winterweizen und die etwas über den Analysten-Erwartungen liegen Produktion von Sommerweizen.
Größere Exportnachfrage

Gestützt werden die Weizenpreise zudem auch durch die verbesserten Exporterwartungen. Hier hat das USDA die Prognose für die neue Saisons um fast drei Mio. t auf rund 146 Mio. t nach oben gesetzt. Ein Grund sind die größer als bisher eingeschätzten Importe Chinas, die sowohl die US-Preise als auch den Weltmarkt stützen.

Keine Änderungen für Schwarzmeerländer

Autor: Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Unverändert gelassen hat das USDA die erwartete Weizenproduktion für Russland (54 Mio. t) und für die Ukraine (19,5 Mio. t). dafür hat man die Produktionsprognose für die Europäische Union von 137,4 Mio. t auf 138,6 Mio. t (Hart- und Weichweizen) nach oben gesetzt. Um rund eine Mio. t auf 25,5 Mio. t nach oben ging es auch mit der Produktionsschätzung für Australien, während die hohe Prognose für Kanada mit 19 Mio. t Bestand hatte. Auch für China blieb die Produktion ungeachtet der wachsenden (qualitätsbedingten) Importmenge mit 121 Mio. t unverändert.
 

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