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Getreide

USDA/Gerste: Bestände auf historischem Tief

von , am
14.08.2012

Washington - Auch die globale Gerstenbilanz bleibt in diesem Jahr negativ. Mit Beständen unter 20 Millionen Tonnen erreichen die Bestände einen historischen Tiefstand.

Bei der Futtergerste sollte der Stickstoffgehalt im Korn über 2 Prozent liegen. © Mühlhausen/landpixel
Die vom US-Landwirtschaftsministerium (USDA) im August nochmals reduzierte Ernteprognose von 131 Millionen Tonnen (Mio. t) deckt nicht den globalen Bedarf von 133 Mio. t. Damit sinken die Bestände unter die Marke von 20 Mio. t und damit auf einen historischen Tiefstand. Der Export wurde mit 16,5 Mio. t im Vergleich zur Juliprogose unverändert gelassen, bewegt sich aber gut zwei Millionen Tonnen unter dem Vorjahreswert.

EU-Ernte reduziert

Für die Europäische Union schätzt das USDA die Gerstenernte auf 52,9 Mio. t und damit fast eine Million Tonnen niedriger ein als im Juli. Grund sind Produktionskürzungen gegenüber dem Vormonat von jeweils etwa vier Prozent für Deutschland (9,2 Mio. t) und Frankreich (10,3 Mio. t) sowie von elf Prozent für Spanien (5,8). Damit deckt die europäische Gesamtproduktion gerade so den Bedarf von 52,2 Mio. t. Die Bestände schmelzen wegen der keineswegs komfortablen Versorgung stärker ab als erwartet und sind mit 3,5 Mio. t fast eine Million Tonnen niedriger als im Juli erwart wurde (1,5 Mio. t niedriger als im letzten Jahr).
 
Vor drei Jahren verfügte die Union noch über Gerstenbestände von knapp 16 Mio. t. Der Export der EU-Lände wird unverändert auf 2,4 Mio. t veranschlagt und entspricht in etwa dem Vorjahresvolumen.

Kleinere Ernte in Russland

Die russische Gerstenernte fällt mit 14,5 Mio. t rund eine Million Tonnen kleiner aus als im Juli geschätzt wurde und sogar 2,5 Mio. t kleiner als im letzten Jahr. Da die Russen rund sieben Millionen Tonnen selbst verfüttern, bleiben nur noch zwei Millionen Tonnen für den Export und damit gut eine Million Tonnen weniger als im letzten Jahr.
 
Die Erntemenge für die Ukraine wurde mit 6,6 Mio. im August um 10 Prozent nach oben gesetzt, bleibt damit jedoch rund ein Viertel unter dem Erntevolumen des Vorjahres. Bei einem Eigenbedarf von rund fünf Millionen Tonnen bleiben etwa zwei Millionen Tonnen Gerste für den Export und damit etwa so viel wie im letzten Jahr.

Produktionsexpansion in Argentinien

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Eine deutliche Produktionsexpansion erwarten die US-Beobachter für Argentinien. Dort wechseln die Farmer vom streng regulierten Weizenmarkt zur Gerste und dehnen den Anbau um rund 30 % aus. Damit könnten die Argentinier ihre Produktion um rund ein Drittel auf 5,8 Millionen Tonnen steigern. Gleichzeitig stünden gut vier Millionen Tonnen Gerste (Futter und Braugerste) für den Export zur Verfügung und damit fast eine Million Tonnen mehr als im letzten Jahr. Ähnlich groß fällt mit 4,1 Millionen Tonnen die Exportmenge Australiens aus. Hier bleibt man wegen der etwas schlechteren Witterungsbedingungen (Trockenheit) in einigen Regionen jedoch unter der Produktions- (8 Mio. t) und Exportmenge (5 Mio. t) des Vorjahres.

Importe relativ stabil

Bei den wichtigsten Importeuren ändert sich auch in der Augustprognose wenig. Größter Absatzmarkt für Futtergerste bleibt wie in den Vorjahren auch Saudi-Arabien. Mit etwa sieben Millionen Tonnen kauft das arabische Land fast zwei Drittel der globalen Handelsmenge - jedoch etwas weniger als im letzten Jahr. Immerhin 2,2 Millionen Tonnen Gerste importiert China. Darunter ist ein erheblicher Anteil Braugerste aus Australien und Argentinien. Rund 1,3 Mio. t Gerste (Brau- und Futtergerste) importiert Japan - hauptsächlich aus Australien.
 
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