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Getreide

USDA/Gerste: Markt sehr knapp versorgt

von , am
13.07.2012

Die globale Gerstenbilanz ist auch im kommenden Jahr negativ. Das US-Landwirtschaftsministerium erwartet eine kleinere Ernte als im Vorjahr.

© Serfling
In seiner Juliprognose korrigierte das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) die weltweite Produktion um fast drei Millionen Tonnen auf 131,9 Millionen Tonnen (Mio. t) nach unten und erwartet damit eine kleinere Ernte als im letzten Jahr.
 
Ursache für den Produktionsrückgang sind insbesondere die Produktionsausfälle in Russland und der Ukraine. Der weltweite Bedarf von 133 Mio. t übersteigt die Produktion, so dass die Bestände auf den niedrigsten Stand seit sechs Jahren schrumpfen. Auch der Export geht auf 16 Mio. t zurück und liegt damit fast zwei Millionen Tonnen unter dem Vorjahr.

Produktionsausfälle am Schwarzen Meer

Einen Produktionsrückgang von einer Million Tonnen auf 15,5 Mio. t erwarten die US-Experten für den nach der EU zweitgrößten globalen Gerstenproduzenten Russland. Ähnlich wie beim Weizen drückt auch hier die Trockenheit in Süd-Russland die Durchschnittserträge nach unten.
 
Für die Ukraine reduzierte das USDA seine Produktionsprognose sogar um 1,5 Mio. t auf sechs Millionen Tonnen. Für beide Länder verringert sich mit dem Produktionsrückgang auch das Exportpotential. Für Russland liegen die Erwartungen jetzt bei einer Ausfuhrmenge von zwei Millionen Tonnen nach 2,2 Mio. t im Juni und 3.2 Mio. t im letzten Jahr. Der ukrainische Export wurde im Vergleich zum Juni um 0,5 Mio. t auf zwei Millionen Tonnen reduziert.

EU-Prognose zu optimistisch?

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Für die EU-Länder bleiben die US-Experten bei ihrer bisherigen Ernteprogose von 53,6 Mio. t. Im Vergleich zum Vorjahr wäre dies ein Zuwachs von rund zwei Millionen Tonnen. Ob die Folgen der Juni-Trockenheit in Spanien allerdings schon ausreichend berücksichtigt sind, ist fraglich. Auch an den anderen Länderdaten hat das USDA im Vergleich zur Juni-Prognose nichts verändert.
 
Damit bliebt die erwartete
  • deutsche Produktion bei 9,6 Mio. t,
  • die Ernte Frankreichs wird auf 10,9 Mio. t veranschlagt und
  • Spanien soll 6,5 Mio. t Gersten erzeugen.
 
Die deutsche Produktion liegt mit 9,6 Mio. t am oberen Ende der Erwartungen. Während der DRV im Juni lediglich eine Ernte von neun Millionen Tonnen geschätzt hat, geht Coceral von 9,7 Mio. t aus.
 
Beim europäischen Export rechnen die US-Experten mit einer stabilen Ausfuhrmenge von rund 2,4 Mio. t. Saudi-Arabien kauft am meisten Größter Exporteur könnet könnte im neuen Wirtschaftsjahr mit 4,2 Mio. t Argentinien vor Australien mit 4,1 Mio. t werden. Argentinien hat die Anbaufläche im Vergleich zum Vorjahr um ein Drittel ausgedehnt (zu Lasten von Weizen) und damit Produktion und Export deutlich ausgebaut. Dagegen geht die australische Produktion wegen einer rückläufigen Anbaufläche und schlechterer Erträge etwas zurück.
 
Wichtigster Absatzmarkt für Gerste bleibt wie in den letzten Jahren auch Saudi-Arabien. Mit etwa sieben Millionen Tonnen kauft das arabische Land fast zwei Drittel der globalen Handelsmenge - jedoch etwas weniger als im letzten Jahr. Immerhin 2,2 Mio. t Gerste importiert China. Darunter ist ein beträchtlicher Teil Braugerste aus Australien und Argentinien. Rund 1,3 Mio. t Gerste kauft Japan - vornehmlich aus Australien.
 
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