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Getreide

USDA/Weizen: Europäer gewinnen im Export dazu

von , am
11.03.2013

Washington - Wie entwickelt sich der globale Weizenmarkt? Dazu hat sich das USDA in seiner Prognose vom Freitag geäußert. Auffällig waren die Aussagen zum Außenhandel und zu den Beständen.

© Mühlhausen/landpixel
Am Weizenmarkt fallen die Entscheidungen über die weitere Entwicklung der Preise bis zur neuen Ernte im Export. In der Entwicklung des Außenhandels und der Bestände hat der neue USDA-Report auch die wichtigsten Veränderungen gebracht. Dagegen blieben die Produktionsdaten im Wesentlichen unverändert.
 
Darüber hinaus beeinflusst natürlich die weitere Entwicklung beim Mais als wichtigstem Substitut (Futter) ebenfalls die Richtung der Weizenpreise. Am Freitag hatten die Weizenpreise nach der Veröffentlichung der neuen USDA-Daten zunächst nachgegeben, um sich dann aber im Verlauf des Tags wieder zu erholen und mit einem kleinen Plus zu schließen. Am Montag starteten die Weizenpreise im elektronischen Handel mit einem Plus, drehten dann aber wieder ins Minus.

US-Weizen hat Probleme im Export

Das USDA hat die Ausfuhrmenge des weltweit größten Exporteurs USA angesichts des anhaltend starken Wettbewerbs an den Exportmärken ein weiteres Mal nach unten korrigiert. Mit 28,5 Millionen Tonnen (Mio. t) liegt die Prognose für den US-Export 0,5 Mio. t niedriger als im Februar und in etwa auf dem Stand des Vorjahres. Das Ergebnis von 2010 wird indessen um 20 Prozent (7,5 Mio. t) verfehlt.
 
Gleichzeitig hat das USDA die Endbestände in den USA um 0,7 Mio. t auf 19,5 Mio. t nach oben gesetzt und erreicht damit ebenfalls fast das Niveau des Vorjahres. Das hatten die Analysten im Vorfeld des USDA Reports allerdings auch in etwa so erwartet.
 
Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Einsatz von Weizen in der US-Tierfütterung mit 10,2 Mio. t zwar mehr als verdoppelt, gegenüber der Februarprognose hat sich der Wert jedoch nicht mehr verändert.

Europäer zweitgrößter Exporteur

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Ursache für den rückläufigen US-Export ist unter anderem die starke Wettbewerbsposition der EU-Länder. Hier hat das USDA die Ausfuhrmenge deshalb gegenüber Februar nochmals um eine Million auf 19,5 Millionen Tonnen erhöht. Damit ist der für die EU-Länder erwartete Export (trotz einer gut fünf Millionen Tonnen kleineren Ernte) etwa zwei Millionen Tonnen größer als im letzten Jahr.
 
Allerdings schmilzt auch der Weizenbestand der EU weiter ab. Anstelle der knapp zehn Millionen Tonnen im Februar erwartet das UDA jetzt einen Rückgang auf 9,5 Mio. und damit etwa fast drei Millionen Tonnen kleinere Endbestände als im letzten Wirtschaftsjahr. Sollten die Erwartungen des USDA zutreffen, wäre die EU damit nach den USA der zweitgrößte Weizenexporteur und würden Australien (19 Mio. t) und Kanada (18,5 Mio. t ) hinter sich lassen.
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