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Getreide

USDA/Weizen: Russland gibt die Richtung vor

© Mühlhausen/landpixel
von , am
15.05.2013

Mit einer erwarteten Rekordernte von 701 Mio. t im nächsten Jahr hat das USDA am letzten Freitag die Märkte überrascht. Der Hauptgrund für den Zuwachs sind die größeren Ernten in den Schwarzmeerländern.

An der Matif war die Tonne Weizen nur noch 146,75 Euro je Tonne wert. © Mühlhausen/landpixel
Am Weizenmarkt scheint man noch nicht so richtig an die erwartete Rekordernte des USDA zu glauben. Nachdem die Weizenpreise am letzten Freitag unter Druck gerieten, legten die Kurse Anfang der Woche sowohl in Europa als auch in den USA wieder zu.
 
Mit einer erwarteten Rekordernte von 701 Millionen Tonnen (Mio. t) im nächsten Jahr hat das USDA am letzten Freitag die Märkte überrascht. Im Vergleich zur schwachen Ernte in diesem Jahr (656 Mio. t), wäre dies ein Zuwachs von rund 45 Mio. t.

Produktionsrückgang nur in den USA

Der Hauptgrund für den sehr kräftigen Zuwachs der Produktion sind die deutlich größeren Ernten in den Schwarzmeerländern. Aber auch in Kanada, Australien und der EU geht das USDA von größeren Ernten aus. Allerdings hat die Aussaat in Kanada (Sommerweizen) gerade erst begonnen und steht in Australien und Argentinien noch bevor.
 
Eine mengenmäßig ähnlich große Ernte wie in den USA erwartet das USDA indessen mit 56 Mio. t in Russland. Das wäre im Vergleich zur Vorjahresernte (37,7 Mio. t) ein Produktionszuwachs von fast 50 Prozent. Allerdings haben die Russen ihre Anbaufläche (Sommer- und Winterweizen) im Vergleich zum Vorjahr auf rund 25 Mio. ha ausgeweitet.

Ukraine und Kasachstan mit kräftigem Zuwachs

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass© dlv
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Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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Auch in der Ukraine und in Kasachstan erholt sich die Weizenproduktion von den Tiefständen des Vorjahres. Für Kasachstan rechnet man mit einem Produktionszuwachs um mehr als 50 Prozent auf 15 Mio. t und in der Ukraine soll die Weizenproduktion um 40 Prozent auf 22 Mio. t zuzunehmen.
 
Dieses Szenario spiegelt sich auch in den vom USDA erwarteten Exportzahlen. Dies erreichen insgesamt mit 143 Mio. t in etwa den Wert des Vorjahres. Aber zwischen den Ländern gibt es deutliche Verschiebungen. Die Weizenexporte aus Russland sollen nach Einschätzung des USDA von knapp elf Mio. t auf 18 Mio. t steigen. Auch die ukrainischen Exporte könnten um knapp drei Mio. t auf 9,5 Mio. t wachsen.

Europäer verlieren im Export

Diese Einwicklung wird ganz besonders zu Lasten der Europäer gehen. Die europäischen sollen von 21,5 Mio. t im laufenden Jahr auf 17 Mio. t im nächsten Jahr zurückgehen. Die USA werden ihre Ausfuhren von 28 Mio. t auf knapp 26 Mio. t reduzieren. Und auch die Exporte Australiens sollen um zwei Mio. t auf etwa 17 Mio. t schrumpfen, während Kanada mit 18,5 Mio. t etwa stabile Mengen exportieren könnte.
 
Unklar ist allerdings ob für die Schwarzmeerländer wirklich ein solch großer Exportzuwachs zu erwarten ist. Im laufenden Jahr sind die Lagerbestände nämlich extrem geschrumpft. Allein in Russland sind Endbestände von knapp elf Mio. t 5 Mio. t zurückgegangen.
 
Weitere Informationen zu den aktuellen Prognosen und den Entwicklungen an den Märkten finden Sie im neuen dlv marktkompass ... 

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