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Getreide

Vegetationsreport: Auswahl der passenden Weizensorten

von , am
04.09.2013

In diesem Jahr war der Weizenertrag der früh bis spät gesäten Bestände in vielen Regionen, trotz der langen Vegetationsruhe, überdurchschnittlich hoch.


Auch das hohe Hektolitergewicht deutete auf gute Witterungsbedingungen zur Korneinlagerung und Abreife hin. Außerdem führte eine gute Herbstentwicklung zu stabilen Nebentrieben sowie einer ausreichenden Korndichte je m² - somit konnte die kurze vegetative Entwicklung im Frühjahr wettgemacht werden.
 
Die Witterung zu einzelnen Vegetationszeiten ist für die Bestandesentwicklung und den Ertrag entscheidend, aber auch die Sortenwahl und Bestandesführung leisten einen großen Beitrag. Eine zu starke vegetative Herbstentwicklung - bedingt durch eine zu frühe Aussaat - kann zu einem Ertragsabfall führen. Die unzählig angelegten Triebe und Kornanlagen werden selten im Frühjahr reduziert.

Sorteneigenschaften pro Frühsaat

Kriterien für die Sortenwahl für eine extrem frühe Aussaat
  • Ertrag + Qualität + stabiles TKG
  • Winterhärte
  • verhaltende Herbstentwicklung
  • geringe Bestockung im Frühjahr (Sorten mit kurztags- oder tagneutralem Verhalten)
  • Sorten-Typen (z.B. Bestandesdichte, Kompensations-Typ, etc.)
  • Apikaldominanz kräftiger Triebe
  • Lager
  • frühes Ährenschieben: Standorte mit Sommertrockenheit + leichten Böden
  • spätes Ährenschieben, lange Abreife: optimale Standorte
  • geringe Krankheitsanfälligkeit (Schwarzbeinigkeit, Halmbruch, Mehltau, Septoria tritici, …)

Saatzeitpunkt und Sorten-Typ abstimmen

Zu hohe Korndichten können vor allem bei schlagartiger Abreife oder geringer Einstrahlung zu geringen Erträgen führen. Einzelähren- oder Kompensationstypen bilden tendenziell weniger Ähren aus und reduzieren schwache Triebe aufgrund der stärkeren Apikaldominanz zügig.
 
Dagegen eignen sich auf Hochertragsstandorten beispielsweise Korndichtetypen mit einem stabilen TKG. Aus diesem Grund sollte der Saatzeitpunkt und der Sorten-Typ abgestimmt werden. Bei früher Aussaat ist die Krankheitsanfälligkeit nicht zu unterschätzen. Besonders bei hohen Bodentemperaturen besteht eine Gefahr für Fuß- und Halmbasiskrankheiten, und ein warmer, milder Herbst fördert Blattkrankheiten wie Septoria tritici.
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