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Getreide

Vegetationsreport: Bodenbearbeitung zur Weizenaussaat

© Hermann Krauß/agrarheute
von , am
17.09.2014

Seit Anfang September wird Getreide gedrillt. Bei der Weizenaussaat kommt es auf die richtige Bodenbearbeitung an. Ob der Weizen früh oder spät in den Boden kommt, entscheidet oft die Vorfrucht.

Die Getreideaussaat hat begonnen. Jedoch sind die Voraussetzungen zur Bodenbearbeitung zur Weizenaussaat regional sehr unterschiedlich und nicht besonders optimal für einen guten Feldaufgang. In Süd- und Westdeutschland hat es über 100 Liter je Quadratmeter Niederschlag in den letzten Wochen gegeben. Die Bodenbearbeitung zur Getreideaussaat ist auf schweren Böden nicht einfach.
 
In anderen Teilen Deutschlands ist der Oberboden trocken. Die Weizen- und Roggenaussaat begann Anfang September. Die frühere Aussaat kann auch riskant sein. Die hohen Temperaturen im September führen bei ausreichender Bodenfeuchte zu einem zügigen Feldaufgang, und die Getreidepflanze wächst noch längere Zeit im Langtag. Dies führt bei einigen Sorten (abhängig vom Schossverhalten etc.) zu einem hohen Auswinterungsrisiko. Aus diesem Grund sollte besonders für sehr frühe Aussaattermine eine angepasste Sorte ausgewählt werden.

Kriterien für die Sortenwahl

Auch für extrem späte Saattermine sollte man geeignete Sorten wählen, um eine ausreichende Bestandesdichte in der kurzen Vegetationszeit, in der die Pflanze bestockt, zu erreichen. Eine zu starke vegetative Herbstentwicklung, bedingt durch eine zu frühe Aussaat, kann zu einem Ertragsabfall führen. Die unzählig angelegten Triebe und Kornanlagen werden selten im Frühjahr reduziert.
 
Kriterien für die Sortenwahl  für eine extrem frühe Aussaat:
  • Ertrag, Qualität, stabile TKG
  • Winterhärte
  • verhaltende Herbstentwicklung
  • geringe Bestockung im Frühjahr
  • Sorten-Typen
  • Apikaldominanz kräftigen Triebe
  • Lager
  • frühes Ährenschieben: Standorte mit Sommertrockenheit und leichten Böden
  • spätes Ährenschieben, lange Abreife: optimale Standorte
  • geringe Krankheitsanfälligkeit (Schwarzbeinigkeit, Halmbruch, Mehltau, Septoria tritici und andere) 

Was passiert bei zu hohen Korndichten?

Zu hohe Korndichten können vor allem bei schlagartiger Abreife oder geringer Einstrahlung zu geringen Erträgen führen. Sorten mit Einzelähren- oder Kompensationstypen bilden tendenziell weniger Ähren aus und reduzieren schwache Triebe aufgrund der stärkeren Apikaldominanz zügig. Dagegen eignen sich auf Hochertragsstandorten zum Beispiel Korndichtetypen mit einem stabilen TKG. Aus diesem Grund sollte der Saatzeitpunkt und die Sorten-Typen abgestimmt werden.
 
Bei früher Aussaat ist die Krankheitsanfälligkeit nicht zu unterscheiden. Besonders bei hohen Bodentemperaturen ist Potenzial für Fuß- und Halmbasiskrankheiten gegeben. Außerdem fördert ein warmer-milder Herbst Blattkrankheiten wie Septoria tritici.
 
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