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Getreide

Vegetationsreport: Bodenherbizide im Getreide

von , am
25.09.2013

Beim Herbizideinsatz ist es wichtig, die Bodenfeuchte und -struktur zu berücksichtigen. Besonders bei frühen und normalen Aussatterminen ist eine Herbizidmaßnahme im Herbst nötig.

Eine Herbizidmaßnahme im Herbst ist besonders bei frühen und normalen Aussaatterminen notwendig, bei denen das Getreide vor dem Winter zu bestocken beginnt; denn große Unkräuter und Ungräser können sich bereits im Herbst zu einer starken Konkurrenz entwickeln und Schaden verursachen.
 
Besonders Vogelmiere, Kamille, Rapsdurchwuchs oder frühes Klettenlabkraut können sich schnell ausbreiten. Außerdem ist das Herbizidangebot im Frühjahr besonders in der Wintergerste begrenzt. Vor allem Trespe und Ackerfuchsschwanz sind in der Gerste schwer zu bekämpfen. Aus diesem Grund wurde der Anbau von Gerste auf einigen resistenten Standorten sogar eingestellt.
 
Es gibt auch einige schwer bekämpfbare Unkräuter wie Schierling, Kerbel oder Ehrenpreis. Eine Maßnahme im Herbst ist gegen sie wirkungssicherer.

Bodenfeuchte- und struktur berücksichtigen

Die Bodenfeuchte und -struktur sollte für den Einsatz von Herbiziden berücksichtigt werden. Bodenherbizide wirken über den Boden und benötigen ausreichend Bodenfeuchte, um von der Pflanze aufgenommen zu werden und wirken zu können. Das hängt wiederum von der Wasserlöslichkeit des Wirkstoffes und der Bodenart sowie dessen Bindigkeit (abhängig von Ton und Humus) ab.
 
Beispielsweise stellen das Flufenacet und das Pendimethalin die höchsten Ansprüche an die Bodenfeuchte. Auf trockenen Boden gespritzt werden diese Wirkstoffe nur langsam wieder desorbiert, damit geht zu wenig Wirkstoff für eine sichere Wirkung in Lösung.
 
Dagegen werden beispielsweise IPU oder CTU nach dem Wiederbefeuchten schnell freigesetzt. Die Wirkung hängt dann von der Größe der Unkräuter/Ungräser ab, die in der Zwischenzeit weiter gewachsen sind.

Blattaktive Wirkstoffe im Nachauflauf

Aus diesem Grund sollten Bodenherbizide nur bei ausreichend feuchtem sowie klutenfreiem Oberboden und gewährleisteter Kapillarität gespritzt werden, ansonsten ist auch bei höheren Aufwandmengen mit keiner sicheren Wirkung zu rechnen.
 
Alternativ können im Nachauflauf blattaktive Wirkstoffe verwendet werden. Der Einsatz von Bodenherbiziden zum Zeitpunkt des frühen Auflaufens der Unkräuter/Ungräser ist dem drei-Blattstadium des Getreides vorzuziehen.

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