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Getreide

Vegetationsreport: Fahnenblatt-Stadium im Weizen

von , am
14.05.2014

Im Verlauf dieser und der nächsten Woche wird der früh gesäte Winterweizen das Fahnenblattstadium erreichen (EC 39). Was gibt es aktuell zu beachten?


Vereinzelt ist bereits mit dem Schieben der Ähren zu rechnen. Das ist ein wichtiger Zeitpunkt für einen weiteren Fungizid- sowie Wachstumsreglereinsatz. Die vorangegangenen Kürzungen haben in den meisten Fällen gute Erfolge erzielt - die unteren Internodien sind sehr stabil. Es besteht aber die Gefahr, dass infolge der letzten Niederschläge und dem damit verbundenen Stickstoffschub die oberen Internodien sehr lang werden. Vor allem in lageranfälligen Sorten sollte bei hoher Bestandesdichte oder weichem Gewebe an der Halmbasis eine Kürzung eingeplant werden.
 
Die Niederschläge der vergangenen Woche bzw. der Tau führten zu Infektionsbedingungen für Septoria tritici und DTR/HTR. An der Küste ist Septoria tritici oftmals auf den oberen Blättern erkennbar. Außerdem ist immer noch Gelbrost in vielen Beständen vorhanden.
 
Gelbrost muss zugig bekämpft werden, da er sich aufgrund der geringen Inkubationszeit schnell ausbreitet. Aufgrund des frühen flächendeckenden Befalls hat sich bis jetzt ein erhebliches Sporenpotential aufgebaut, so dass mit der in dieser Woche zu erwartenden kühl-feuchten Witterung und den böigen Winden optimale Voraussetzungen für eine weitere epidemische Ausbreitung des Gelbrostes vorliegen.

neues Feld

In einigen Beständen ist nach den letzten Niederschlägen häufig DTR/HTR (Drechslera tritici-repentis) aufgetreten. Besonders betroffen sind Weizenbestände, in denen viele Ernterückstände mit schwarzen Sporenlagern auf dem Boden liegen (Mulchsaat).
 
Bei steigenden Temperaturen (um 20 °C) in den nächsten Tagen und anhaltenden Regenschauern, sollte auf DTR geachtet werden. DTR hat eine sehr kurze Inkubationszeit und kann bei günstigen Witterungsbedingungen die gesamte Pflanze innerhalb von kurzer Zeit besiedeln. Die Symptome sind zirka drei bis fünf Tage nach der Inokulation zu erkennen. Infektionen mit DTR können mit Epoxiconazol, Prothioconazol oder mit Propiconazol gestoppt werden.
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