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Getreide

Vegetationsreport: Feldhygiene und die richtige Beize

von , am
11.09.2013

Kathleen Brehmer von nu agrar ist aufgefallen, dass bei einigen Standorten die Feldhygiene - möglicherweise aus Zeitmangel - zu kurz gekommen ist. Außerdem geht es um die Wahl der richtigen Beize.

Besonders bei früher Aussaat, Weizen-Vorfrucht und pflugloser Bodenbearbeitung ist ein breites Wirkungsspektrum der Beize die Voraussetzung für einen guten Start.
 
Ein früher Krankheitsdruck an Halmbasis und Blättern kann verstärkt auftreten. Aus diesem Grund sollte eine geeignete Beize ausgewählt werden.

'Standardbeizen' mit breiter Wirkung

Das Hauptziel des Beizeinsatzes sind samenbürtige Krankheiten und zeitige Blattkrankheiten. Die bekannten "Standardbeizen" haben eine breite Wirkung. Sie richten sich nach den samenübertragbaren Krankheiten, wie beispielsweise Flug- und Steinbrand sowie Fusarien.
  • Bei Temperaturen von etwa 14 bis 21 Grad Celsius (°C) ist mit Infektionen von Fusarien, DTR und Schwarzbeinigkeit zu rechnen.
  • Bei Temperaturen über 18 °C sind Keimlingsinfektionen mit Flugbrand und Drechslera sorokiniana möglich.
  • Bei Temperaturen > 13 °C kann Schwarzbeinigkeit die Getreidewurzel besiedeln.

Schwarzbeinigkeit mit Fluquinconazol bekämpfen

Das Befallsrisiko des bodenbürtigen Erregers Schwarzbeinigkeit (Gaeumannomyces) steigt mit hohen Bodentemperaturen über 13 °C und Feuchtigkeit nach dem Auflaufen.
 
Mit dem Fluquinconazol (Achtung: Zulassung für Fluquinconazol im Jockey/Galmano seit 2012 abgelaufen, Aufbrauchfrist bis Juni 2014) und dem Silthiofam wurden Beizwirkstoffe entwickelt, die in hohen Mengen an das Saatkorn gebeizt werden können, ohne die Keimung zu behindern. Nach der Aussaat bildet sich im Boden um das Saatkorn herum ein Beizhof aus, der die Pflanze lange Zeit schützt. Durch die Beize mit den beiden Wirkstoffen kann der Befall mit Schwarzbeinigkeit größtenteils verringert werden.

Das ist Schwarzbeinigkeit

Die fluquinconazolhaltigen Beizen sind in der Dauerwirkung gegen die Schwarzbeinigkeit schwächer einzustufen. Somit eignen sie sich weniger für Standorte mit mild-feuchter Witterung im Spätherbst, die späte Infektionen mit Gaeumannomyces begünstigt.
 
Dafür haben sie eine recht sichere Wirkung gegen den Frühbefall unter anderem mit Septoria tritici, Rost und Mehltau. Der Wirkstoff wird systemisch in den Spross transportiert.
 
Schwarzbeinigkeit führt zu "schwarzen" Wurzeln. Die Wurzeln und Halmbasis sind vermorscht und schlecht ausgebildet. Die Folge sind unter anderem eine eingeschränkte Wasser- und Nährstoffversorgung sowie Kornausbildung.
Alle Folgen unserer Serie Vegetationsreport finden Sie hier ...

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