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Getreide

Vegetationsreport: Herbizideinsatz im Getreide

von , am
01.10.2014

Jedes Jahr aufs Neue wird über die geeigneten Einsatz von Herbiziden im Herbst nachgedacht. Die Menge der zur Verfügung stehenden Mittel vereinfacht die Entscheidung nicht.


Ist eine Maßnahme im Herbst überhaupt notwendig? Generell ist ein Herbizideinsatz im Herbst in Getreide auf Standorten mit einem hohen Ungrasbesatz (z.B. Trespe, Ackerfuchsschwanz) ratsam. Besonders bei früher Aussaat können Unkräuter eine starke Konkurrenz für die Kulturpflanze darstellen. Die Wirkung der reinen Frühjahrsmaßnahme ist in diesem Fall nicht sicher genug. Besonders Vogelmiere, Kamille, Rapsdurchwuchs oder frühes Klettenlabkraut können sich schnell ausbreiten. Außerdem ist die Bekämpfung im Frühjahr von z.B. Schierling, Kerbel oder Ehrenpreis sehr schwierig.
 
Eine Maßnahme im Herbst ist wirkungssicherer. Die Bekämpfung von Ungräsern bzw. Unkräutern ist besonders in Wintergerste entscheidend. Gegen die Ungräser gibt es kaum Alternativen für den Frühjahrseinsatz.

Vor- und Nachteile eine Herbizidmaßnahme im Herbst

Eine Herbizidmaßnahme im Herbst hat aber nicht nur Vorteile. Beispielsweise können Herbizide - kurz vor Vegetationsende oder einer Frostperiode eingesetzt - das Auswinterungsrisiko der Kulturpflanze erhöhen. Dann ist eine rechtzeitige Frühjahrsmaßnahme der späten Herbstmaßnahme vorzuziehen. Außerdem kann der Zeitpunkt der Maßnahme eine Ursache für Kulturschäden sein.
 
Der Einsatz von Bodenherbiziden im Vorauflauf oder zeitigem Nachauflauf ist in der Regel verträglicher als im 3-Blattstadium des Getreides. Außerdem haben die meisten Wirkstoffe, die im Herbst zur Verfügung stehen, besondere Anforderungen. Viele Wirkstoffe haben eine Bodenwirkung und benötigen feuchten und klutenfreien Boden, um die Wirkung voll entfalten zu können. 

Weitere Folgen des Vegetationsreport 2014 finden Sie hier.
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