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Sortenratgeber

Vermehrungsflächen: Die Top-Weizensorten

Weizenernte
am Dienstag, 07.08.2018 - 09:25 (Jetzt kommentieren)

Die Ernte 2018 wollen viele Getreideanbauer möglichst schnell abhaken. Die schlechten Bedingungen von der Saat bis zur Reife sorgen für deutliche Verluste. Das spiegelt sich auch bei den Vermehrungsflächen von Winterweizen wider.

Auf deutschen Äckern standen in diesem Jahr 96.106 ha Vermehrungs-Wintergetreide zur Saatgutproduktion. Das sind 1,4 Prozent weniger als im Vorjahr – Schuld sind die Wetterkapriolen der letzten Monate.

Die Gerste kam noch mit einem blauen Auge davon. Dagegen sind die Vermehrungsflächen von Winterweizen deutlich geschrumpft – um 2,6 Prozent.

Guter Süden kann bundesweite Rückgänge nicht ausgleichen

Vermehrungsflächen Winterweizen 2018

„Zur Ernte 2018 waren bundesweit 50.939 ha Weizenvermehrungen angemeldet, 1.372 ha weniger als im Jahr zuvor“, sagt Willi Thiel von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, der gemeinsam mit seinem Kollegen Eric Preuß die Ergebnisse für die Arbeitsgemeinschaft der Anerkennungsstellen zusammenfasst.

Witterungsbedingt besonders betroffen: Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Brandenburg.

Der Süden kam deutlich besser durch die Saison. Doch die Zuwächse besonders in Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Bayern konnten die Rückgänge im Bundesschnitt nicht kompensieren.

Top-Ten: RGT Reform führt im vierten Jahr

Platz 1: RGT Reform, A: 8.234 ha

Die A-Sorte hat erneut um 1.125 ha zugelegt. Sie kommt nun auf einen Anteil von gut 16 Prozent der Weizen-Vermehrungsflächen. Das spiegelt sich auch im Marktanteil des verkauften Z-Saatguts wider. Hier erreicht die Sorte 21 Prozent.

Platz 2: Patras, A: 2.425 ha

Platz 3: Benchmark, B: 2.115 ha

Platz 4: Elixer, C: 2.031 ha

Platz 5: Julius, A: 1.736 ha

Platz 6: Tobak, B: 1.672 ha

Platz 7:  Ponticus, E: 1.531 ha

Platz 8: Chiron, A: 1.474 ha

Platz 9: Apostel, A: 1.423 ha

Platz 10: Nordkap, A: 1.353 ha

Hybridsorten spielen kaum eine Rolle

Auf rund 20 ha und damit noch im ganz kleinen Maßstab werden derzeit Hybridsorten vermehrt – Tendenz steigend.

Die Zulassung von Gametoziden auch in Deutschland vor einem Jahr erleichtert die Hybridzüchtung. Die Züchter erwarten sich davon einen Schub für diese besonders robusten und ertragsstarken, aber nicht nachbaufähigen Sorten.

Mehr als die Hälfte der Vermehrungen in A-Qualität

Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich eine leichte Verschiebung von rund 5 Prozent zugunsten höherer Qualitäten:

E-Sorten: 10,2 Prozent (8,5 Prozent)

A-Sorten: 51,7 Prozent (2017: 48,4 Prozent)

B-Sorten: 24,5 Prozent (26,3 Prozent)

C-Sorten: 7,6 Prozent (11,3 Prozent)

Mit Material von Arbeitsgemeinschaft der Anerkennungsstellen
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