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Getreide

Versorgungsbilanz mit Getreide wird wieder enger

von , am
05.12.2009

Hannover - Nach einem Jahr mit einer weltweiten Rekordernte, die zu einer kurzzeitigen Entlastung der angespannten Welternährungssituation und einem Wiederauffüllen der Vorräte geführt hat, rücken Erzeugung und Verbrauch jetzt wieder näher zusammen.

© agrarfoto

Noch vor wenigen Jahren war die weltweite Getreideerzeugung unter den steigenden Verbrauch gesunken und hatte die Lagerbestände bedenklich schrumpfen lassen. Erst 2006/07 überstieg die Erzeugung mit 1,69 Milliarden Tonnen  den Verbrauch von 1,67 Milliarden Tonnen wieder geringfügig. Im Erntejahr 2008/09 sorgte dann eine Rekordernte von 1,79 Milliarden Tonnen dafür, dass die Erzeugung den auf 1,71 Millionen Tonnen gestiegenen Verbrauch deutlich überschritt und die Reserven wieder aufgefüllt werden konnten.

Für das jetzt laufende Erntejahr, für das die Ernte auf der Südhälfte des Globus noch aussteht, rechnen Marktexperten mit einer Gesamtmenge von 1,76 Milliarden, das wäre gegenüber dem Vorjahr ein neuerlicher Rückgang. Der Verbrauch soll nach den Schätzungen dagegen weiter auf 1,75 Milliarden Tonnen ansteigen und damit die Erzeugung wieder nur knapp unterschreiten. Weil dennoch ein Überschuss bleibt, werden die Lagerbestände voraussichtlich noch etwas ansteigen. Das drückt vorerst weiter auf das weltweite Niveau der Getreidepreise.

Lage beim Weizen deutlich entspannter

Die Erzeugung von Weizen soll den Schätzungen zufolge zwar mit einem Rückgang um 1,6 Prozent von 682,8 Millionen Tonnen auf 671 Millionen Tonnen stärker sinken als die Getreideerzeugung insgesamt, den Verbrauchsanstieg schätzen Experten aber geringer ein als beim übrigen Getreide. Gegenüber 639,3 Millionen Tonnen im Jahr 2008/09 wird ein Verbrauchsanstieg auf 648,3 Millionen Tonnen erwartet, die Lagerbestände würden sich mit dem Überschuss um 14,3 Prozent auf 188,3 Millionen Tonnen erhöhen. Deutlich stärker als in der übrigen Welt fällt im Übrigen der Rückgang der Weizenernte in der EU aus. Hier wurden aktuell 138 Millionen Tonnen gedroschen gegenüber 151 Millionen Tonnen im Jahr zuvor. Unter den Verbrauch sinken wird dagegen die weltweite Erzeugung von Grobgetreide, das vor allem verfüttert wird.

Erzeugung sinkt bei weiter steigendem Verbrauch

Während Erzeugung und Verbrauch im Erntejahr 2008/09 mit 1,10 Milliarden Tonnen bzw. 1,07 Milliarden annähernd deckungsgleich waren, schätzen Experten die laufende Ernte auf nur noch 1,09 Milliarden Tonnen, während der Verbrauch auf 1,10 Milliarden Tonnen steigen soll: Steigender Bedarf an Fleisch erhöht den Bedarf an Futtergetreide. Mit einem erheblichen Abbau der Lagerbestände wird beim Mais gerechnet. Die Erzeugung soll auf 789,7 Millionen Tonnen sinken, während mit einem Verbrauchsanstieg auf 803,3 Millionen Tonnen gerechnet wird. Eine große Rolle dürfte dabei die Bioethanolerzeugung in den USA spielen. (pd)

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