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Getreide

Verstärkter Blattlausflug bei trockenen Bedingungen

von , am
18.05.2011

Die trockenen Bedingungen in manchen Regionen sind ideal für Blattläuse. Um Ernteausfälle zu vermeiden, sollten diese jetzt bekämpft werden.

 
 
Teils massiver Blattlauszuflug
 
Im unter Trockenheit leidenden Weizen im Rheinland kann man zur Zeit einen massiven Blattlauszuflug beobachten. Insbesondere die stark mit Stickstoff versorgten dunkelgrünen Bestände werden bevorzugt angeflogen. Aufgrund des frühen Zufluges können infolge der Saugschäden durch die Blattläuse schnell Ertragsausfälle von zwei bis zehn Prozent, in Ausnahmefällen bis zu 20 Prozent entstehen. Darüber hinaus können Viren übertragen werden, wobei die großen Schäden im Sommergetreide zu erwarten sind. Aufgrund der derzeit idealen Bedingungen für die Blattläuse (Temperaturen um die 20 °C, keine Hitzeperioden über 30 °C, trockene Witterung) kann sich die Blattlauspopulation in drei Tagen verdoppeln beziehungsweise eine Blattlaus kann innerhalb von zehn bis 14 Tagen bis zu 40 neue Läuse hervorbringen.
 
Ertragsausfälle ohne Bekämpfung zu erwarten
 
Ausgehend von der schnellen Vermehrungsrate muß, wenn Blattläuse nicht bekämpft werden, in diesem Jahr mit massiven Ertragsausfällen gerechnet werden. Kann man bereits jetzt auf jeder Pflanze Blattläuse finden, macht ein Soloeinsatz von Insektiziden Sinn. Unabhängig davon sollte mit der nächsten Maßnahme (Fungizide, Herbizide, Blattdüngung usw.) auch ein Insektizid eingeplant werden. Da die Blattläuse oft versteckt unter den Blättern sitzen, ist der Einsatz von Pyrethroiden nicht ausreichend, da die Blattläuse nicht in Kontakt mit dem Pyrethroid kommen. Hier ist der Einsatz von systemisch wirkenden Insektiziden zu empfehlen. Alternativ dazu kann auch zum Pyrethroid Pirimor (Dampfphase) zugemischt werden.
 
Achtung,  die dimethoathaltige Insektizide sind scharf formuliert. In Kombination mit Morpholinen oder anderen scharf formulierten Pflanzenschutzmitteln (zum Beispiel MCPA) kann es zu Blattaufhellungen beziehungsweise Verbrennungen an den Blattspitzen kommen.
 
Disteln möglichst nicht großflächig bekämpfen
 
Die Distelbekämpfung in Zuckerrübe ist nur mit Clopyralid möglich. Der Einsatz sollte wegen dem Schadrisiko möglichst nicht großflächig erfolgen. Idealerweise findet nur eine Nesterbekämpfung statt. Nach ganzflächiger Behandlung mit großen Clopyralid-Mengen muß man immer wieder beobachten, daß die Rüben die Blätter nach oben aufstellen und für längere Zeit stehen bleiben. Wie alle Wuchsstoffe braucht das Clopyralid für eine sichere Wirkung hohe Temperaturen. Aufgrund der geringen Fettlöslichkeit wird das Clopyralid relativ langsam von der Pflanze aufgenommen.
 
Zur Wirkungsbeschleunigung können Additive zugesetzt werden. Infolge der hohen Einstrahlung wurden die Disteln durch das Triflusulfuron stärker angeschlagen. In diesen Fällen muß mit der Clopyralidbehandlung bis zur Regeneration der Distel gewartet werden. Solange die Herzblätter der Distel gelb sind beziehungsweise die Distel das Längenwachstum eingestellt hat, macht der Einsatz von Clopyralid keinen Sinn. 
 

Bor zur Stressminimierung der Rüben

Um den Stress der Rüben zu minimieren, bietet sich die Zugabe von (flüssigem) Bor an. Bei massivem Disteldruck hat sich in der Praxis das Splitting der Clopyralidmenge bewährt. Im Abstand von 7-10 Tagen sollte die Distel mit jeweils der halben Menge bekämpft werden. Zusätzlich werden mit dieser Maßnahme Hundspetersilie, Kamille, Nachtschatten, Sonnenblume, Kornblume und Klatschmohn sicher erfaßt.
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