Login
Getreidekrankheiten

Verzwergungsviren: Weniger Befall als erwartet

Gelbverzwergungsvirus an Wintergetreide
© agrarforto.com
von am
16.10.2017

Verzwergungsviren befallen Wintergetreide in diesem Herbst schwächer als im Starkbefallsjahr 2016. Das stellt die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in ihrem Monitoring fest.

Massivbefall in den letzten Jahren

Im Herbst 2016 waren deutlich vermehrt Verzwergungsviren an Ausfallgetreide festzustellen. Das waren vor allem das Gelbverzwergungsvirus (BYDV-MAV, -PAV, CYDV) und das Weizenverzwergungsvirus (WDV/BDV).

Der BYDV/CYDV-Befall erreichte vor einem Jahr mit 40 Prozent der Proben ein Niveau wie seit 2007 (79 Prozent) nicht mehr. Auch der Anteil WDV-infizierter Proben war mit 12 Prozent angestiegen.

Trend scheint gebremst

Im September 2017 hat die LfL 420 Proben an Ausfallgetreide genommen. Insgesamt ist im Herbst 2017 der Anteil mit Verzwergungsviren infizierten Pflanzen mit knapp 25 Prozent eher gering.

Der Trend aus den Vorjahren setzte sich also nicht fort. Eine mögliche Ursache könnte der in Bayern kalte Winter 2016/2017 sein: Er war mit -0,7 °C in etwa durchschnittlich kalt. Das hat die Überwinterung von Blattläusen gebremst.

2017 dominiert das Weizenverzwergungsvirus

2016 war ein beträchtlicher Anteil der Pflanzen durch Blattläuse mit Gelbverzwergungsviren infiziert. In diesem Herbst dominierten die Zikaden, die das Weizenverzwergungsvirus (WDV/BDV) übertragen: 22 Prozent der Proben waren infiziert, fast doppelt so viele wie im Vorjahr.

Deutliches Nord-Süd-Gefälle

Der Anstieg des Befalls mit WDV/BDV ist ausschließlich dem hohen Befall in Mittel- und Unterfranken geschuldet.

Generell schwankte der Anteil Verzwergungsviren-positiver Proben zwischen den Standorten, mit  deutlichem Nord-Süd-Gefälle: So waren 63 Prozent der Proben aus Mittelfranken und 52 Prozent aus Unterfranken waren mit Verzwergungsviren infiziert. Bei den Einsendungen der anderen bayerischen Regierungsbezirke waren es gerade mal 3 bis 17 Prozent.

Dabei ließ sich aber kein Zusammenhang zum Aufkommen von Blattläusen und Zikaden feststellen. Je nach Standort ist eine Bekämpfung nach Schadschwellen sinnvoll.

Mit Material von Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft

Tüftlertipp: Mobile Getreidetrocknung selbst gebaut

Heizaggregat
Nötig ist dafür zunächst ein leistungsfähiges Heizaggregat. Spengler benutzt Belüftungsgebläse mit 1,1 und 2,2 kW, einen Heizventilator mit 46 kW Heiz- und 2.780 m³/h Luftleistung bei 80 °C sowie zwei Wagen. Weiter war eine übliche Wetterstation für Lufttemperatur und -feuchte verfügbar und ein Thermometer mit Außenfühler, das in der Schüttung zu misst. © Heinz Gengenbach
Mobile Wagentrocknung
Der 2,3 m x 5,0 m große Hänger mit 1,10 m Schütthöhe ist unter dem Trocknungsboden schwer zu reinigen. Der zweite Hänger hat 1,70 x 3,60 m Grundfläche und 1 m Schütthöhe. Nötig ist ein 1-m-Drainageschlauch zur Luftführung. Wichtig ist, dass der Strömungswiderstand passt.  An diesem Wagen sieht man die Luftzuführung und das Abwasserrohr. © Heinz Gengenbach
Luftverteiler
Die Luft führt Spengler durch Kunststoff-Abwasserrohre mit 250, 200 und 150 mm Durchmesser. Der Heizlüfter kann die Warmluft nicht direkt durch die Schüttung blasen, sodass sie dem Gebläse zugeführt wird. Dessen Fördervolumen muss größer sein als das des Heizlüfters, damit die Temperatur auf rund 40 °C sinkt. Künftig will Spengler die Luftführung ändern. Aus Drainage- und KG-Rohren wurde ein Luftverteiler gebaut (Foto). Durch den hinteren Kornschieber wird die Luft zugeführt. Auf dem Bild fehlen noch die Längsrohre für den Wagenboden. © Heinz Gengenbach
Auch interessant