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Getreide

Wachstumsregler im Getreide korrekt applizieren

von , am
05.04.2013

Dresden - Anhaltende Kälte, reichlich Schnee und gefrorener Boden haben viele geplante Feldarbeiten nicht zugelassen. Das steigert die Anforderungen an den gezielten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.

Der Umgang mit Pflanzenschutzmitteln will gelernt sein. © Mühlhausen/landpixel
Durch die zeitlichen Verschiebungen werden im April Termine für unterschiedliche Pflanzenschutzmaßnahmen zusammenfallen, sodass der Anteil an Tankmischungen ansteigen wird. Dies schreibt das sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) in ihrem aktuellen Pflanzenbaurat. Zur Vermeidung von Pflanzenschäden müssten demnach Kombinationen von Wachstumsreglern mit anderen Pflanzenschutzmitteln sorgfältig abgewogen werden. Hier ist der sachkundige Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gefragt. Darüber hinaus sind die Hinweise zur Mischbarkeit aus den Gebrauchsanleitungen der chemischen Mittel zu beachten.
In den letzten Monaten haben sich hier laut LfULG einige Änderungen ergeben. So sei der Wachstumsregler Countdown (Wirkstoff Trinexapacethyl) nun zugelassen und wird für die bevorstehende Saison auch angeboten. Medax Top hat Zulassungserweiterungen erhalten und darf nunmehr auch in Sommergerste, Sommerweizen und Hafer angewendet werden.

Richtiges Mittel zum richtigen Zeitpunkt

"Wenn das Frühjahr Einzug gehalten hat, wird über eine erste Anwendung mit Wachstumsreglern im Winterweizen entschieden. In der Bestockungsphase des Weizens kann die Entwicklung von Seitentrieben angeregt werden. Angebracht ist diese Maßnahme in Sorten, die den Ertrag maßgeblich über die Bestandesdichte bilden (Bestandesdichtetypen). Eingesetzt werden dafür CCC 720 oder Cycocel 720." schreibt Pflanzenbauexperte Holger Bär im aktuellen Pflanzenbaurat des LfULG.  Voraussetzung seien frostfreie Nächte und Tagestemperaturen über 8 °C.
In Winterweizen und Wintergerste kommen in der zeitigen Schoßphase (BBCH 31-32) Calma oder Moddus bzw. Medax Top + Turbo zum Einsatz. Diese Anwendung wirke sich positiv auf die Festigung der unteren Internodien aus und führe zu einem guten halmstabilisierenden Effekt. Die Wintergerste benötige auf ertragreichen Standorten im BBCH 37-47 (Erscheinen des letzten Blattes - Blattscheide des Fahnenblattes öffnet sich) eine zweite Behandlung, vorzugsweise mit einem ethephonhaltigen Produkt (Cerone 660, Camposan-Extra).
In Abhängigkeit von Ertragserwartung und Lageranfälligkeit der Sorte könne auch im Winterroggen eine zweimalige Behandlung erforderlich sein. CCC-haltige Mittel oder Kombinationen von CCC mit Calma oder Moddus werden ab BBCH 31 (1-Knoten-Stadium) genutzt, um den unteren Halmbereich ausreichend zu stabilisieren. Cerone 660 oder Camposan-Extra folgen im BBCH 37-47. "Die Behandlung vor dem Grannenspitzen abschließen!" rät Bär vom LfULG. Gelange der Wirkstoff über die Grannen zu den Blüten, könne dies zu Ährenschäden führen.
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