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Bestandesführung

Wachstumsregler im Weizen sichern Ertrag

Lagergetreide in Weizen
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Klaus Strotmann, agrarheute
am
27.03.2018

Lagergetreide kann massiv Geld kosten - Wachstumsregler sind die beste Versicherung dagegen. Wir stellen vor, welche Mittel beim Weizen wirken.

Wachstumsregler sichern den Ertrag und die Qualität des Getreides – wenn die richtige Strategie und die passenden Aufwandmengen zum Einsatz kommen.

Bei zu geringen Mengen kann das Getreide ins Lager gehen. Ernte- und Qualitätsverluste, ein erhöhter Dieselverbrauch und eine geringere Flächenleistung sind die Folgen.

Eine Überdosierung kostet dagegen schnell einige Dezitonnen pro Hektar Ertrag. Allerdings hat die Ernte 2017 gezeigt: Bei heftigem Regen kurz vor und während der Ernte sind manche Getreidebestände auch bei hoher Wachstumsreglerintensität nicht zu halten.

Generell verstärken starke Sonnenstrahlung, höhere Temperaturen und Mischungen mit Flüssigdüngern, Herbiziden und Fungiziden die Wirkung der Wachstumsregler.

Kaum Neues auf dem Markt

  • Manipulator: Ein weiteres Mittel mit dem Wirkstoff Chlormequatchlorid. Der Wirkstoffgehalt ist mit 620 g/l etwas geringer als die anderen zugelassenen CCC­Produkte (720 g/l). Es hat eine breite Zulassung in allen Winter- und Sommergetreidearten von BBCH 21 bis 41.
  • Countdown NT und Orlicht Plus: Nachfolger von Countdown und Orlicht mit breiterer Zulassung.
  • Moddevo: ist der neue Name für Moddus Start.

Strategien im Winterweizen

Wachstumsreglereinsatz in Weizen

Der wichtigste Termin zur Wuchsregulierung im Weizen ist im 1-Knoten-Stadium der Pflanze zu BBCH 31. Hier wird sie im unteren Stängelbereich stabilisiert, was bei einem späteren Einsatz nur bedingt möglich ist.

Auf Standorten mit schlechter Wasserverfügbarkeit oder bei sehr standfesten Sorten kann eine einmalige Anwendung beispielsweise von 0,5 l/ha CCC 720 + 0,2 l/ha Calma genügen, um die Standfestigkeit zu gewährleisten.

In Versuchen der LWK Niedersachsen zeigte sich beim Mittelvergleich zu BBCH 31 von CCC 720 + Calma oder CCC 720 + Prodax kein großer Unterschied.

Gleiches gilt beim Vergleich verschiedener früher Vorlagen in BBCH 25/27 oder bei der Nachlage mit Medax Top plus Turbo in BBCH 37 zum Erscheinen des Fahnenblatts.

Bei höherer Lagergefahr und kühleren Bedingungen kann Prodax beziehungsweise Medax Top plus Turbo eine etwas stärkere Einkürzung erzielen als ein Trinexapacprodukt wie Calma, Moddus und andere.

Sollte aufgrund hoher Niederschläge und guter Stickstoffnachlieferung eine weitere Einkürzung nötig sein, kann in BBCH 37/39 mit 0,3 bis 0,5 l/ha Medax Top plus Turbo reagiert werden.

 

Edit: In einer früheren Version dieses Beitrags hatten wir als Aufmacher ein lagerndes Gerstenfeld verwendet. Das haben wir nun ausgetauscht. Danke an die aufmerksamen User!

Die ausführlichen Strategien und Empfehlungen für alle Wintergetreidearten sind in agrarheute 3/2018 erschienen.

Mit Material von Lars Beke-Bramkamp, LWK Niedersachsen

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Aktuelles Heft Oktober 2018

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