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Getreide

Weichweizen ist das 'Brot der Mühlen'

© Rainer Sturm
von , am
15.03.2012

Hannover - Die deutschen Mühlen haben im Wirtschaftsjahr 2010/11 (1. Juli bis 30. Juni) mehr Getreide vermahlen als im Vorjahr.

Der Internationale Getreiderat setzte sowohl die globale Weizenernte als auch die weltweiten Weizenbeständen auf neue Rekordwerte nach oben. © Mühlhausen/landpixel
8,4 Millionen Tonnen Getreide wurden von den 261 deutschen Mühlen als landwirtschaftlicher Rohstoff für eine erste Aufarbeitung genutzt, das waren 1,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Diese Daten nennt der Landvolk-Pressedienst mit Bezug auf eine Statistik der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Niedersachsen zählt mit einer Vermahlung von 1,48 Millionen Tonnen nach Nordrhein-Westfalen mit 1,82 Millionen Tonnen und vor Bayern mit 1,29 Millionen Tonnen zu den wichtigsten Verarbeitungsländern.
 
Diese drei Bundesländer stellten zusammen mit 4,59 Millionen Tonnen mehr als die Hälfte der gesamten deutschen Getreidevermahlung. In Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen übernahmen 17 beziehungsweise 22 Mühlen diese Arbeit, sie waren damit ähnlich groß strukturiert, während in Bayern 75 Mühlen die etwas kleinere Gesamtmenge verarbeiteten.

7,14 Millionen Tonnen Weichweizen vermahlen

Der Löwenanteil des verarbeiteten Getreides entfiel mit 7,14 Millionen Tonnen auf Weichweizen, er ist damit das "Brot" der Müller. Mit 0,86 Millionen Tonnen hat Roggen als Brotgetreide eine weitaus kleinere Bedeutung, die Erzeugung von Roggenmehl nahm gegenüber dem Vorjahr etwas ab, gleichwohl ist dieses Getreide typisch für den deutschen Markt. Eine noch geringere Bedeutung hat Hartweizen mit 0,44 Millionen Tonnen.

Weniger Mühlen bei steigender Gesamtvermahlung

Die Zahl der deutschen Mühlen hat sich analog den Veränderungen in der Landwirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich verringert. 1950/51 wurden in den damals noch zwei deutschen Staaten fast 19.000 Mühlen gezählt, zwanzig Jahre später gab es davon mit 5.410 nur noch knapp jede vierte. Weitere zehn Jahre später, 1980/81, hatte sich deren Zahl auf 2.560 nochmals etwa halbiert. Im Jahr 2000/01 ermittelten die Statistiker deutschlandweit 361 Mühlen. Nach der jüngsten Bilanz fallen die Abnahmeraten von 271 im Jahr 2009/10 auf 261 im Jahr 2010/11 erwartungsgemäß nur noch kleiner aus.
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