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Getreide

Weizen: EU-Kommission senkt Ernteprognose

© Cruelboy/fotolia
von , am
07.06.2013

Die Europäische Kommission hat die Prognose zur neuen Weizenernte in der EU Ende Mai überraschend deutlich nach unten gesetzt. Auch die hiesige Ernte soll niedriger ausfallen.

© Mühlhausen/landpixel
Mit einer erwarteten Produktion von 127,9 Millionen Tonnen (Mio. t) Weichweizen liegt die aktuelle Ernteschätzung nicht nur fast zwei Millionen Tonnen niedriger als noch im April sondern jetzt auch unter der Weizenernte von 2011.
 
Die sehr schwache Vorjahresproduktion von Weichweizen wird nur noch um gut drei Prozent übertroffen. Damit liegt die Produktionserwartung auch unter der im Mai ebenfalls nach unten gesetzten Ernteschätzung von Strategie Grains von 130,9 Mio. t. Der deutsche Getreidehändler Töpfer hatte Ende Mai ebenfalls eine deutlich bessere Prognose als die Kommission abgegeben.

Vereinigte Königreich weiter abwärts

Ein Grund für die Produktionskorrektur ist die nochmals nach unten gesetzte Ernte für das Vereinigte Königreich. Anstelle einer Ernte von 12,7 Mio. t Weichweizen erwartet die Kommission nur noch 12,2 Mio. t.

Kaum Veränderungen für Frankreich und Deutschland

Für Frankreich, den größten Weizenproduzenten der EU erwartet die Kommission wie schon im April eine Weichweizenernte von 35,2 Mio. t. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies allerdings ein Rückgang von etwa 0,5 Mio. t.
 
Die Kommissionsprognose für die deutsche Weichweizenernte lag Ende Mai bei 23,4 Mio. t und damit 0,1 Millionen Tonnen unter der Schätzung von April jedoch weiterhin höher als im letzten Jahr.

Weniger in Ungarn und Tschechien

Eine relativ scharfe Korrektur im Vergleich zur Aprilprognose gibt es auch für Ungarn und Tschechien. Für Ungarn erwartet die Kommission jetzt nur noch eine Ernte von 4,2 Millionen Tonnen.
 
Auch die Ernteerwartung für Tschechien senkte die Kommission von 4,5 Mio. t auf 4,2 Mio. t. Herabgestuft wurde auch die Ernte für Rumänien. Moderat nach unten korrigiert hat die Kommission zudem die Ernten für Dänemark, Österreich und die der Slowakei. 

Spanien hoch, Italien stabil

Leicht nach oben ging es hingegen für die erwartete Ernte in Spanien auf 6,3 Mio. t. Damit blieben die Spanier zudem sehr deutlich über dem Vorjahreswert von 4,7 Mio. t. Eine ähnlich große Produktion wie im April schätzte die Kommission für Italien und Bulgarien. Für die Beneluxländer, das Baltikum und Skandinavien blieben Prognosen unverändert oder gingen leicht nach oben.

Export wird schwieriger

Den europäischen Export von Weichweizen (ohne Durum) erwartet die Kommission für die neue Saison (wie schon im März und im April) bei 16,9 Mio. t. Damit wären die erwarteten Exporte im nächsten Wirtschaftsjahr trotz größerer Ernte rund 2,1 Mio. t kleiner als im laufenden Wirtschaftsjahr.
 
Für das aktuelle Jahr haben die EU-Experten ihre bisherige Prognose im Mai allerdings nochmals um eine Million Tonnen nach oben gesetzt.
 
Der Inlandsverbrauch von Weichweizen in der EU soll nach der aktualisierten Schätzungen der Kommission im Wirtschaftsjahr 2013/14 steigen. Nicht ganz so kräftig wie im April erwartet nimmt nach Einschätzung der Kommission der Verbrauch von Futterweizen zu. Die europäischen Tierhalter werden 2013/14  knapp elf Prozent mehr Weizen verfüttern als im Vorjahr.
 
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