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Getreide

Weizen: Frankreich gewinnt Exportauktion

von , am
12.09.2012

Erstmals in diesem Jahr gewinnt Frankreich eine Exportauktion-Auktion des weltweit größten Weizenimporteuers Ägypten. Auch Russland und die Ukraine kamen noch einmal zum Zuge, jedoch sind die Preise der Schwarzmeeranbieter deutlich gestiegen und ihre Liefermengen schrumpfen kräftig.

Die Agrarexporte aus Deutschland betrugen im Jahr 2013 insgesamt 62,7 Milliarden Euro. © Marco2811/fotolia
Preise höher und enger zusammen
 
Insgesamt kaufte die ägyptische Importbehörde GASC 235.000 Tonnen (t) Weizen zur Lieferung von 11. bis 20 November. Dabei war das Preisniveau bei dieser Handelsrunde deutlich ausgeglichener als bisher und sogar die Offerten aus den USA sind nicht mehr weit von den Preisen der aktuellen Lieferanten entfernet. Im Vergleich zur Auktion vor einer Woche sind die Preise aller beteiligten Anbieter deutlich gestiegen.

Frankreich mit der größten Menge

Erstmals in diesem Wirtschaftsjahr erhält Frankreich bei der Exportauktion der staatlichen ägyptischen Importbehörde GASC einen Zuschlag. Mit 120.000 t zu 347,25 US-Dollar je Tonne war der französische Weizen nur noch vier US-Dollar je Tonne (USD/t) teurer als die Ware aus Russland, die sich im Vergleich zu letzten Auktion um zehn bis 15 USD/t verteuert hat.
 
Weitere Offerten aus Frankreich lagen zu Preisen von 345 bis 351 USD/t vor. Die Frachtkosten für französischen Weizen lagen bei 15,65 USD/t und damit fast auf dem gleichen Niveau wie für die Ukraine.

Russischer Weizen immer knapper

Russland liefert bei dieser Handelsrunde nur noch 60.000 t Weizen zu einem Preis von 343,89 USD/t. Vor einer Woche hatten die Ägypter noch 300.000 t russischen Weizens zu Preisen von 327,45 bis 332,89 USD/t gekauft. Sowohl die kleinere Menge als auch die deutlich gestiegenen Preise werden von Analysten als Zeichen einer Angebotsverknappung des russischen Angebotes interpretiert.
 
Weitere russische Offerten lagen zudem bei dieser Handelsrunde nicht vor. Für russischen Weizen wurden Frachtkosten von nur 11,49 USD/t genannt und damit deutlich weniger als für Ware aus der Ukraine.

Ukraine mi dem günstigsten Angebot

Preisführer war bei dieser Auktion allerdings die Ukraine. Dabei lagen zwei Offerten über jeweils 55.000 t ukrainischen Weizen vor. Gekauft wurden von der GASC 55.000 t zu 337 USD/t. Bei der letzten Auktion vor einer Woche hatte ukrainischer Weizen 229,51 gekostet. Damit war die ukrainische Ware diesmal deutlich billiger als der Weizen aus Russland. Die Frachtkosten für Weizen aus der Ukraine lagen bei 15,20 USD/t.

Kein Zuschlag für Rumänien

Ebenfalls mitgeboten haben bei dieser Handelsrunde auch Rumänien, Bulgarien, Serbien und die USA. Rumänischer Weizen kostete 347,89 (Constanza) und die Ware aus Bulgarien und Serbien wurde zu Preisen von 347,88 USD/T am rumänischen Schwarzmeerhafen Constanta angeboten. Bei der letzten Auktion vor einer Woche hatte die GASC noch rumänischen Weizen für 333 bis 336,33 USD/t gekauft.

US-Weizen bald konkurrenzfähig

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Eine Offerte mit US-Weizen der Sorte Soft Red Winter lag zum Preis von 355 USD/ t vor. Damit war die US-Amerikaner zwar am teuersten, der Preisabstand zu französischem Weizen betrug jedoch nur noch acht US-Dollar je Tonne und zur Ware aus Russland elf USD/t. Angesichts der offensichtlichen Knappheit am Schwarzen Meer können sich auch US-Anbieter wohl berechtigte Hoffnungen auf einen baldigen Zuschlag und Lieferungen nach Ägypten machen. 
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