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Getreide

Weizen: Importeure suchen Alternativen

© Mühlhausen/landpixel
von , am
28.11.2012

Am Schwarzen Meer wird der Weizen immer knapper. Das sieht man nicht nur an den von Monat zu Monat schrumpfenden Exportmengen sondern auch an den stetig steigenden Marktpreisen in Russland und der Ukraine.

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Gleichzeitig suchen die großen Importeure nach Alternativen für die ihre nächsten Lieferungen und kaufen zunehmend Weizen in Europa und auch in Australien.
 
Hier entscheiden letztlich neben den Preisen auch die Transportkosten.

Schwarzes Meer ist ausverkauft

Von 1. Juli bis 21. November exportierten die Russen insgesamt 11,4 Millionen Tonnen (Mio. t) Getreide. Davon dürften rund neun Millionen Tonnen Weizen sein. Im September lag die Exportmenge über 3,2 Mio. t und im Oktober bei 2,3 Mio. t und von 1. bis 21. November betrug die Ausfuhrmenge nur noch 1,05 Mio. t. Davon waren 0,67 Mio. t Weizen, 0,19 Mio. t Gerste und 0,15 Mio. t Mais.
 
Auch in der Ukraine dürften die Ausfuhren allmählich zum Ende kommen. Aus der Ukraine wurden bis 26. November rund 5,4 Mio. t Weizen exportiert und weitere 0,4 Mio. t liegen in den Häfen zur Verschiffung bereit. Damit wurde die zentral festgelte Ausfuhrgrenze von 5,5 Mio. t Ende November überschritten.

Irak kaufte in Australien und Kanada

Anfang dieser Woche kostete Brotweizen in Russland 10.400 Rubel/t (259 Euro) und Futterweizen 9900 Rubel/t (246 Euro) und damit jeweils knapp zwei Prozent mehr als eine Woche zuvor. Vor wenigen Tagen hatten russische Exporteure nochmals 50.000 t Weizen in den Irak für 399 US-Dollar je Tonne (USD/t) (309 Euro/t) verkauft (inkl. Fracht). Bei der gleichen Auktion orderten die irakischen Einkäufer jedoch bereits 200.000 t australischen Weizen für 400 USD/t sowie 100.000 t kanadischen Weizen für 404 USD/t (inkl. Fracht).

Nordafrikaner ordern auch in Australien

Auch traditionelle Abnehmer von russischem Weizen aus Nord- und Zentralafrika suchen mittlerweile andere Lieferanten. So berichteten Händler diese Woche über einen Einkauf des Sudan von 55.000 t australischen Weizen für 362 USD/t (ohne Fracht) zur Lieferung von Dezember bis Januar.
 
Auch der Irak dürfte bei einem weiteren Tender wohl auch auf Ware aus der südlichen Hemisphäre zurückgreifen, denn auch europäischer Weizen ist keineswegs preiswert.

Europäischer Export läuft weiter gut

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Französischer Brotweizen kostet diese Woche fob-Exporthafen (Rouen) 353 USD/t (272 Euro) und deutscher Brotweizen wurde fob-Ostseehafen für 288 Euro/t (374 USD) verladen.
 
Argentinischer Weizen wurde zur Verladung im Dezember für 350 USD/t (fob) gehandelt und US-Weizen kostete zwischen 332 USD (SRW) und 367 USD/t (HRW) fob-Golf.
 
Der europäische Export hat nach schwachem Beginn zuletzt erheblich an Fahrt aufgenommen. Bis 20. November wurden insgesamt 6,8 Mio. t Weizen exportiert (rund elf Prozent mehr als im letzten Jahr). Davon kamen 1,67 Mio. t Weizen aus Deutschland und 2,55 Mio. t aus Frankreich.

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