Login
Getreide

Weizen: Indien mischt den Weltmarkt auf

© Cruelboy/fotolia
von , am
28.02.2013

Die indische Weizenproduktion ist in den letzten sieben Jahren um fast 40 Prozent gewachsen. Das indische Exportvolumen übersteigt im Wirtschaftsjahr 2012/2013 das der Ukraine, Kasachstans oder Argentiniens.

Die indische Weizenproduktion ist von 2005 bis 2012 kontinuierlich um fast 40 Prozent (%) bzw. 25 Mio. t auf zuletzt 93,9 Mio. t gewachsen
Scheinbar aus dem Nichts ist Indien in diesem Wirtschaftsjahr als bedeutender Weizenexporteur am Weltmarkt aufgetaucht. Dabei habe die Inder zumindest teilweise die Angebotslücke gefüllt, die die Schwarzmeerländer nach der schlechten Ernte am Weltmarkt hinterlassen haben. Das indische Exportvolumen übersteigt im Wirtschaftsjahr (Juli/Juni) 2012/13 mit 8,5 Millionen Tonnen (Mio. t) die Ausfuhren der Ukraine, Kasachstans oder Argentiniens. Gleichzeitig liegen die Inder mit dieser Ausfuhrmenge unter den wichtigsten Weizenexporteuren auf Position fünf.
 
Niedrige Exportpreise
 
Hinzu kommt, dass die indischen Exportpreise im internationalen Vergleich zeitweise extrem niedrig waren. Das hat insbesondere in Asien und im Nahen Osten, den Wettberbern aus Australien und den USA ,erhebliche Marktanteile gekostet. Auch die kommende indische Weizenernte wird offenbar wieder sehr gut ausfallen. Geerntet wird der Weizen in Indien von März bis Mai.

Erneut sehr große Ernte erwartet

Die indische Weizenproduktion ist von 2005 bis 2012 kontinuierlich um fast 40 Prozent (%) bzw. 25 Mio. t auf zuletzt 93,9 Mio. t gewachsen. Insbesondere in den letzten drei Jahren haben Erträge und Produktion einen sehr kräftigen Schub erhalten. Das hat insbesondere auch mit den günstigen Witterungs- und Wachstumsbedingungen der letzten Jahre zu tun. Auch in für die neue Ernte waren die Aufwuchsbedingungen bislang sehr gut und lassen erneut eine große Ernte erwarten. Diese könnte nach den derzeitigen Schätzungen der indischen Regierung bei etwa 92 Mio. t liegen und damit nur leicht unter der Rekordernte des Vorjahres (93,9 Mio. t).

Riesige Lagerbestände

Während der Nahrungsmittelkrise 2007 hat die indische Regierung ein Exportverbot verhängt und die staatlichen Lagerbestände zur Absicherung der nationalen Versorgung kräftig aufgestockt. Von 2007 bis 2012 haben sich die indischen Weizenbestände jedoch fast vervierfacht und dürften am Ende des laufenden Wirtschaftsjahrs bei etwa 22 Mio. t liegen. Damit verfügt Indien nach China über die weltweit zweitgrößten Weizenbestände. Mit Wirkung vom September 2011 hat die indische Regierung das Exportverbot für Weizen jedoch aufgehoben und sowohl aus den staatlichen Beständen (Auktionen) als auch durch private Händler den Export von Weizen wieder ermöglicht. Dabei haben die hohen Weltmarktpreise den indischen Export kräftig angekurbelt.

Mehr Wettbewerb an den Exportmärkten

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Die Exportmenge für das neue (globale) Wirtschaftsjahr 2013/14 (Juli bis Juni) wird nach Ausfuhren von etwa 8,5 Mio. t im Jahr 2012/13 auf etwa acht Millionen Tonnen geschätzt und damit etwa so groß wie in der aktuellen Saison. Damit dürfte sich die Wettbewerbssituation an den Exportmärkten, bei einer einigermaßen guten Ernte in den Schwarzmeerländern, deutlich verschärfen. Die wichtigsten Abnehmer von Weizen aus Indien waren in diesem Jahr Bangladesch, Korea, Indonesien, die Vereinigten Arabischen Emirate , der Jemen sowie ein ganze Reihe weiterer Ländet aus Asien und dem Nahen Osten. Allerdings hat Indien im Februar auch Weizen bis nach Europa (Vereinigte Königreich) verkauft.
 
Auch interessant