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agrarheute-Anbauwettbewerb

Weizen-Junior-Cup 2018: Sieg für Hannover-Ahlem!

Die Teams des WJC 2018
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Klaus Strotmann, agrarheute
am
08.10.2018

20 Jahre Nachwuchsförderung – der Weizen-Junior-Cup von agrarheute, Claas und Syngenta feiert 2018 Jubiläum. Die Justus-von-Liebig-Schule Hannover-Ahlem gewinnt ihn überraschend deutlich. Am Ertrag lag es weniger.

Die Sorten kamen später als gewünscht in den Bernburger Bördeboden. Die Saatbedingungen waren aber auch am 17. Oktober noch recht gut, jedenfalls kein Vergleich mit anderen Regionen zu dieser Zeit.

Ein Bodenherbizid hat gereicht

Logo des Weizen-Junior-Cups 2018

Alle drei Sorten steckten den Winter ohne Schäden weg: der frühreife Kashmir, der begrannte Euclide und der Kompensationstyp Findus.

Der Unkrautdruck blieb die ganze Saison über minimal. Das norddeutsche Team erkannte die Chance und fuhr die drei Qualitätsweizen allein mit einem Bodenherbizid.

Das Team aus Niederbayern hatte mit gut 600 km Entfernung einen ordentlichen Nachteil. Ein breit wirksames Blatt- und Bodenherbizid sollte es richten – im Kostenkonto 1:0 für Niedersachsen.

Günstige Fungizidstrategie

Ab April blieb es auch in Bernburg trocken. Beide Teams konnten beim Pflanzenschutz kräftig sparen. Beim A-Weizen Kashmir beispielsweise reichte der Klasse aus Hannover eine Epoxiconazolbehandlung gegen Rost und Septoria, Prochloraz als Halmbruchvorsorge und ein abschließendes preisgünstiges Tebuconazol aus.

Das macht unterm Strich knapp 38 Euro/ha für Fungizide. Rotthalmünster kam in der gleichen Sorte relativ spät mit Input Classic für 61 Euro/ha – zweiter Punkt nach Hannover.

Weizen-Junior-Cup: Von der Saat bis zum Gewinn

Bernburger Bördeboden
Eine Handvoll Bördeboden
Hendrik Wieligmann
Kräftemessen beim Auftakttreffen
Matthias Kampfl
Christof Cammert
Auftakttreffen
Fieldeye-Kamera beim Weizen-Junior-Cup
Parzellen des Teams Hannover
Parzellen des Teams Rotthalmünster
Wurzeln
Bonitur
Luftbild
Düngung
Das Duell im Weizenfeld
Parzellen auf den Feldtagen
Junglandwirte auf den Feldtagen
Junglandwirtinnen auf den Feldtagen
Parzellentafel
Die drei Sorten des Teams Rotthalmünster
Die drei Sorten des Teams Hannover
Die Gewinnersorten des Teams Hannover
Parzellenmähdrescher
Weizen-Junior-Cup
Preisverleihung Weizen-Junior-Cup
Preisverleihung Weizen-Junior-Cup
Preisverleihung Weizen-Junior-Cup
Preisverleihung Weizen-Junior-Cup
Preisverleihung Weizen-Junior-Cup
Preisverleihung Weizen-Junior-Cup
Preisverleihung Weizen-Junior-Cup
Preisverleihung Weizen-Junior-Cup

Stickstoff an die Wurzel bekommen

Die Stickstoffversorgung war dieses Jahr heikel. Kam der Nährstoff nicht zur rechten Zeit, blieb er wochenlang ungenutzt liegen. Beide Teams legten in der Summe um die 190 kg N/ha vor. Eine Qualitätsgabe mit KAS konnten die Pflanzen vom Team Rotthalmünster schon nicht mehr ausreichend aufnehmen.

Hannover hatte bereits am 6. Mai die Düngung abgeschlossen – auch die Niedersachsen mit KAS in relativ hoher Menge. Die günstigeren Kosten bei der Düngung brachten einen weiteren Punkt für Hannover.

So sieht die Kostenseite aus

Dünnere Saatstärke, geringere Düngerkosten, günstigerer Pflanzenschutz:

In allen drei Disziplinen der variablen Kosten konnte Hannover die Konkurrenten aus Bayern ausstechen, mit einer Kostenersparnis von etwas mehr als 60 Euro/ha in allen drei Sorten.

Erträge praxisnah enttäuschend

Parzellenmähdrescher

Der Parzellendrescher brachte Ende Juli ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen. Alle Sorten beider Schulen lagen leicht unter bis etwas über 60 dt/ha.

Dass der Stickstoff vor allem bei den Parzellen der Hannoveraner Klasse ankam, zeigte die genaue Laboranalyse des Proteingehalts. Quer über alle Versuchsparzellen lag das Team vorn.

Mit den erreichten Qualitäten holten wir am 22. August beim Landhandel Wilhelm Fromme in Salzgitter Angebote ein.

Erträge, Qualitäten und Erlöse im Überblick

Sorte Kashmir (A)

  • Hannover: 65,7 dt/ha,  13,7 % Protein:  21,00 Euro/dt
  • Rotthalmünster: 57,8 dt/ha,  13,3 % Protein: 21,00 Euro/dt

Sorte Euclide (A)

  • Hannover: 63,6 dt/ha,  14,0 % Protein: 21,50 Euro/dt
  • Rotthalmünster: 60,4 dt/ha,  12,1 % Protein: 20,50 Euro/dt

Sorte Findus (A)

  • Hannover: 62,6 dt/ha,  13,6 % Protein: 21,00 Euro/dt
  • Rotthalmünster: 58,0 dt/ha,  12,9 % Protein: 21,00 Euro/dt

Deckungsbeitrag: klarer Sieg

Der Deckungsbeitrag ist die gnadenlose Gesamtbilanz. Der Blick darauf war dieses Jahr so deutlich wie bei kaum einer Runde des Weizen-Junior-Cups in den vergangenen 20 Jahren.

Christof Cammert, Arndt Kopczinsky und die 24 anderen Mädels und Jungs aus Hannover-Ahlem erwirtschafteten in allen drei Sorten ein sattes Plus gegenüber dem Team von Matthias Kampfl aus Rotthalmünster.

Die Deckungsbeiträge im Vergleich

Sorte Kashmir (A)

  • Hannover: 766,53 Euro/ha
  • Rotthalmünster: 551,16 Euro/ha

Sorte Euclide (A)

  • Hannover: 755,14 Euro/ha
  • Rotthalmünster: 569,30 Euro/ha

Sorte Findus (A)

  • Hannover: 691,98 Euro/ha
  • Rotthalmünster: 542,45 Euro/ha

Macht im Schnitt der drei Sorten als Gesamtdeckungsbeitrag gut 554 Euro/ha für Rotthalmünster und fast 738 Euro/ha für Hannover.

Alle Ergebnisse auf einen Blick

Preisübergabe auf der EuroTier

Der Weizen-Junior-Cup im Jubiläumsjahr geht damit als Sieg nach Punkten an die Justus-von-Liebig-Schule in Hannover-Ahlem. Die Preisübergabe findet am 15. November 2018 auf der EuroTier in Hannover statt.

Die Siegerklasse darf dort ihren Pokal, eine Urkunde und ihre Einladung für eine dreitägige Studienreise mit dem gesamten Team entgegennehmen. Natürlich gehen auch die Zweitplatzierten nicht leer aus. Wir schicken sie zwei Tage auf eine Reise mit pflanzenbaulichen und technischen Highlights.

Die agrarheute-Redaktion gratuliert beiden Teams herzlich – allein schon für das klasse Ergebnis auf fremdem Boden in diesem außergewöhnlichen Jahr. Zurück auf Euren Betrieben nimmt Euch diese einmalige Erfahrung keiner!

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Aktuelles Heft November 2018

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