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Getreide

Weizen: Preise weiter unter großem Druck

© Mühlhausen/landpixel
von , am
08.09.2014

Der Weizen musste in der ersten Septemberwoche empfindliche Verluste hinnehmen. In Europa rutschten die Preise am Terminmarkt zeitweise unter die 170-Euro-Marke.

In Chicago verliert der Weizen 5 Cent auf 532,75 Cent/Bushel (ct/bu). © hapo/landpixel
In den USA fielen die Weizenpreise in Chicago zeitweise unter die Marke von 530 Ct/Bu (150 Euro). Ursachen für den Preisdruck waren unter anderem die sehr guten Ernte- und Produktionsdaten vom Schwarzen Meer und aus der Europäischen Union sowie der Druck der vom Futtergetreidemarkt ausging. Diese Woche (Donnerstag) erwartet der Markt zudem einen neuen USDA-Report, dessen aktualisierte Daten zur Produktion und zu den Versorgungsbilanzen beim Mais und bei Soja, aber auch beim Weizen für weiteren Preisdruck am globalen Getreidemarkt sorgen könnten. Viele Analysten gehen derzeit von weiteren Aufwärtskorrekturen der globalen Getreide- und Ölsaatenernte aus, wenn das Ertragspotential in den USA (Mais und Soja) nicht noch durch Frosteinbrüche im Mittelwesten reduziert wird.

Russland könnte seine Exporte begrenzen

Ende letzter Woche erhielten die Weizenpreise dann jedoch wieder etwas Auftrieb und gingen mit einem leichten Plus aus dem Handel. Auslöser waren Berichte über mögliche mengenmäßige Beschränkungen der russischen Getreideexporte nach dem Erreichen einer bestimmten Ausfuhrobergrenze. Zuletzt hielten Analysten angesichts der sehr guten russischen Ernteergebnisse, Getreideexporte von rund 33 Millionen Tonnen (Mio. t) für möglich, davon wären 22 bis 24 Mio. t Weizen, 4,0 bis 4,5 Mio. Gerste und 4,0 bis 4,5 Mio. Mais. Die von russischer Seite diskutierte Export-Obergrenze könnte nach Angaben der russischen Getreideunion etwa bei 27 Mio. t liegen.
 
Unterstützung erhielt der Markt zuletzt auch von der sehr langsamen Ernte bei Sommerweizen in den USA und in Kanada. Auch dort unterbricht immer wieder Regen die Erntearbeiten und heizt die Diskussion über die (globale) Weizenqualität an. Der in Chicago gehandelte Winterweizen der Sorte Soft Red Winter weist nach den Angaben der US-Weizen-Association einen überdurchschnittlich hohen Vomitoxin-Gehalt auf und damit erhebliche Qualitätsmängel. Die US-Sommerweizenernte war letzte Woche erst zu 38 Prozent (%) abgeschlossen, während sonst zu diesem Termin schon zwei Drittel geerntet sind. In Kanada war die Ernte sogar erst zu sieben % eingebracht und damit halb so weit wie sonst üblich. 

EU-Weizenpreise halten 170-Euro-Marke

In der Europäischen Union sind die Weizenpreise in der letzten Woche bis zum Donnerstag gefallen und haben sich dann am Freitag (05.09) wieder etwas erholt. Zeitweise (04.09) sackten die Kurse im laufenden Handel deutlich unter die 170-Euro-Marke. Am Ende der  Woche (05.09) kostete der Weizen (Novemberkontrakt) am Terminmarkt in Paris am Freitag 172 Euro/t und damit 1,25 Ct mehr als am Vortag jedoch 2,25 Ct weniger als am Freitag vor einer Woche (174,25 Euro) und zudem 16 Euro weniger als Anfang September 2013 (188,25 Euro). Der Januarkontrakt notiert am Freitag bei 175 Euro und damit 2,0 Euro billiger als in der Vorwoche (Vw.: 177,0). Futterweizen wurde am Terminmarkt in London für den November mit 149,5 Euro/t (119 GPB) gehandelt und damit rund 3,5 Euro billiger als letzte Woche.
 
 
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