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Getreide

Weizen: Wachstumsregler gezielt einsetzen

von , am
02.04.2015

Beim Einsatz von Wachstumsreglern kommt es vor allem auf den Zeitpunkt und die Aufwandmenge an. Ertragsdepressionen lassen sich mit einigen Tricks vermeiden.

Der Einsatz von Wachstumsreglern soll in erster Linie dafür sorgen, dass bis zur Ernte keine Lager auftreten. © landpixel
Wachstumsregulatoren haben eine große Bedeutung zur Absicherung des Getreideertrages. Wie der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen auf seiner Internetseite schreibt, soll der Einsatz von Wachstumsreglern in erster Linie dafür sorgen, dass bis zur Ernte keine Lager auftreten. Eine sichere Standfestigkeit von Getreidebeständen werde mit der Sortenwahl, der Bestandesführung sowie der Stickstoffdüngung grundlegend bestimmt. Allgemein sei der Wachstumsreglereinsatz mit Bedacht durchzu­führen, wobei die Aufwandmenge und der Einsatzzeitpunkt besonders aufgrund der Witterung, der Bestandesentwicklung der Sorte, sowie der Wasser- und Nährstoffversorgung des Standortes zu berücksichtigen sind.
 

Vorsicht in gestressten Beständen

Grundsätzlich ist der Einsatz in Beständen, die durch Frost, Hitze oder Wassermangel gestresst sind, riskant und kann zu Ertragsdepressionen führen. Unter diesen Bedingungen sind die Aufwandmengen zu reduzieren. Tankmischungen mit Fungiziden oder Herbiziden können zu zusätzlichem Pflanzenstress führen. Allgemein kann man die Wachstumsregleraufwandmenge je nach Witterung bei Tankmischungen mit Fungiziden um 10 - 25 Prozent kürzen.

Ertragsreduktionen vermeiden

Tendenziell entwickeln sich bei trockenen, strahlungsreichen Bedingungen auch ohne Wachstumsregler eher kurze Pflanzen. Wachstumsregler wirken dann zusätzlich stark stauchend. Hingegen ist die Wirkung bei bedecktem und kühlem Wetter geringer, es ist eher eine höhere Aufwandmenge zu wählen. Sorten einer Kulturart können unterschiedlich auf Wachstumsregler bezüglich Einkürzung und Ertragswirkung reagieren.
Ab Stadium 31/32 beginnt die Anlage der Ährchen in den Halmen. Dann kann Hitze und Wassermangel in Verbindung mit zu hohen Aufwandmenge eines Wachstumsreglers zu Ährenverkürzungen und in der Folge Ertragsreduktionen führen. Je später der Einsatz erfolgt, umso eher werden nur die oberen Halmabschnitte eingekürzt, was besonders bei Gerste wichtig ist, da das obere Halmglied sehr dünn ist. Die Gefahr des Ährenknickens ist dann gegeben. Tankmischungen mit Wuchsstoffen kurz vor Ährenschieben können die Abreife beschleunigen und sollten unterbleiben.
 

Wirkung von Wachstumsregulatoren in Getreide

© Pflanzenschutzdienst Hessen


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