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Getreide

Weizenauktion: Europäischer Weizen erneut am teuersten

von , am
10.04.2012

Bei den letzten Handelsrunden hatte der US-Weizen die Preisführerschaft und erhielt auch dieses Mal den Zuschlag. Offerten aus Europa und vom Schwarzen Meer waren erneut zu teuer.

Bei der Auktion in Ägypten wurde vor allem US-Weizen gekauft. © insektivor212/pixelio
Bei der Auktion des weltgrößten Weizenimporteurs Ägypten am 5. April war Weizen aus Europa und vom Schwarzen Meer erneut zu teuer. Den Zuschlag der staatlichen ägyptischen Importbehörde GASC erhielt wie schon bei den letzten Handelsrunden US-Weizen. Die GASC kaufte 115.000 Tonnen (t) US-Weizen der Sorte Soft Red Winter in zwei Tranchen zu 55.000 t und 60.000 t zur Lieferung von 21. bis 31 Mai. Der Zuschlag erfolgte zum Preis von 259,75 US-Dollar pro Tonne (195 Euro pro Tonne).

Argentinien mit zu hohen Transportkosten

Im Vergleich zur letzten Auktion vom 28. März war der US-Weizen um knapp drei US-Dollar pro Tonne (USD/t) günstiger. Damals hatte Ägypten neben dem US-Weizen jedoch auch 60.000 t Weizen aus Argentinien gekauft. Bei dieser Handelsrunde gingen die Argentinier jedoch leer aus, obwohl das günstigste Angebot aus Südamerika mit 257,89 USD/t weniger kostete als die US-Ware.
Allerdings waren die Frachtkosten für argentinische Weizen mit 29 bis knapp 33 USD/t etwas höher als für US-Ware mit 26 bis 28 USD/t. Drei weitere Angebote aus Argentinien lagen für 259,53 USD/t, 259,90 USD/t und 264,45 USD/t vor.
 

Auktion ohne deutsche Angebote

Zu teuer waren erneut die Offerten vom Schwarzen Meer und aus Europa. Die Angebotspreise für russischen Weizen lagen bei dieser Handelsrunde zwischen 279,45 und 285 USD/t. Damit war das günstigste russische Angebot nur geringfügig günstiger als beim letzten Mal (280 USD) und etwa 20 USD/ t teurer als der Weizen aus den USA und aus Argentinien. Ukrainische Weizen kostete am 5. April 278,26 USD/t und damit etwas weniger als die russische Ware, jedoch rund ein USD/t mehr als am 28. März.
 
Am teuersten war bei dieser Handelsrunde der Weizen aus Europa. Ein französisches Angebot für 290 USD/t war rund 30 USD teurer als der günstigste Weizen aus Nord- oder Südamerika. Allerdings war die französische Offerte im Vergleich zur letzten Handelsrunde Ende März jetzt 10 USD/t günstiger. Deutsche Angebote gab es nicht. An den deutschen Exporthäfen kosteten Brotweizen am 5. April (fob-hamburg) 232 bis 239 Euro pro Tonne (309 bis 318 USD/t).

Russland ist größter Weizenlieferant

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Bei den letzten Handelsrunden hatte der US-Weizen die Preisführerschaft. In der ersten Hälfte des Wirtschaftsjahres war dies jedoch anders. Dort dominierte die Ware vom Schwarzen Meer den Markt. Dies wird auch an den in diesem Wirtschaftsjahr von den Ägyptern gekauften Herkünften deutlich.
Seit Juli letzten Jahres orderten die Ägypter im Rahmen von Auktionen 3,24 Mio. t Weizen aus Russland. Aus Rumänien bezog man 180.000 t, aus der Ukraine 380.000 t. Weitere 120.000 t kamen aus nicht direkt zuordenbaren Herkünften vom Schwarzen Meer (Russland, Ukraine, Kasachstan).
 
In Frankreich kauften die Ägypter in diesem Wirtschaftsjahr 300.000 t Weizen, in Argentinien ebenfalls 300.000 t und in den USA 530.000 t sowie in Kanada 60.000 t. Im letzten Wirtschaftsjahr 2010/11 hatte die GASC insgesamt 5,58 Mio. t im Rahmen von Ausschreibungen gekauft.
 
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