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Ernteerhebung

Weizenmarkt: Preissturz nach aktuellem USDA-Report

Dr. Olaf Zinke, agrarmanager
am
11.08.2017

Mit deutlich nachgebenden Preisen bei Weizen, Mais und Sojabohnen reagierte der Terminmarkt in Chicago auf die Daten und Prognosen aus dem neuem USDA-Report.

Am US-Terminmarkt gaben die vorderen Weizenpreise unmittelbar nach Veröffentlichung der Prognose des US-Agrarministeriums um 2,2 Prozent (%) auf 449,4 Cent je Buschel (141 Euro/t) nach. Der vordere Mais ging um 2,6 % auf 376 Cent je Buschel (126 Euro/t) zurück. Soja notierte 2,4 % niedriger bei 943 Cent je Buschel (296 Euro/t).

Im weiteren Handelsverlauf stürzten die Preise für Weizen, Mais und Soja in Chicago noch deutlich stärker ab.

Am europäischen Terminmarkt notierte Raps 3,25 Euro niedriger bei 369,25 Euro. Die vorderen Maispreise gingen um 0,50 Euro auf 165,50 Euro zurück. Für europäischen Weizen blieben die Preise am Donnerstag Abend zunächst relativ unverändert bei 161,50 Euro.

Weizenbestände steigen auf Rekordniveau

Deutlich bärischer als zuvor von Analysten erwartet waren die Daten und Prognosen des USDA zum globalen Weizenmarkt. Zum einen sind die globalen Weizen-Bestände in der neuen Saison 2017/18 - wegen einer kräftigen Korrektur der globalen Ernte und der Bestände nach oben - größer als im vorigen Jahr und befinden sich damit auf Rekordstand.

Analysten hatten zuvor einen relativ deutlichen Rückgang der Vorräte erwartet. Ein Grund für die höheren Bestände ist - neben der um rund 5 Mio. t nach oben korrigierten globalen Weizenernte von 743 Mio. t -, der hinter der Produktion zurückbleibende Verbrauch von knapp 737 Mio. t. Dieser wird durch die erwartete Erntemenge um 6 Mio. t übertroffen.

Hinzu kommen die kräftig nach oben korrigierten Weizenbestände Russlands in Folge einer neuen Rekordernte. Zuvor hatten die US-Analysten einen deutlichen Rückgang der globalen Bestände um knapp 4 Mio. t erwartet.

Weizenernte: EU-Ernte etwas nach unten korrigiert

Für die Europäische Union hat das USDA die neue Weizenernte (Hart- und Weichweizen) auf 149,6 Mio. t geschätzt und damit etwas kleiner vor vier Wochen (150,0 Mio. t) sowie 3,9 Mio. t größer als die schwache Ernte aus dem vorigen Jahr von 145,7 Mio. t.

Die europäischen Exporte werden im neuen Wirtschaftsjahr bei 29,5 Mio. t (Vormonat: 30,0 Mio. t) erwartet und damit 2,5 Mio. t größer als in der vorigen Saison mit 27,0 Mio. t, jedoch deutlich kleiner als die Rekordausfuhren der beiden Jahre davor mit 34,5 Mio. t und 35,5 Mio. t.

Ausführliche Informationen und eine Analyse zum aktuellen USDA-Bericht finden Sie im Marktbereich beim agrarmanager.

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