Login
Analyse

Weizenpreise fallen auf 9-Monatstief

Dieser Artikel ist zuerst im Agrarmanager erschienen.

Jetzt testen und kennenlernen - mit unseren besonderen Angeboten!

© agrarfoto.com
von , am
10.08.2017

Die Weizenpreise sind am europäischen Terminmarkt im August um etwa 7 Euro zurückgegangen und befinden sich mit rund 161 Euro auf dem niedrigsten Stand seit etwa neun Monaten.

Die Getreidepreise bewegen sich. Die Weizenpreise sind auf 9-Monats-Tief. Seit der letzten Preisspitze von Anfang Juli von knapp 182 Euro stürzten die Terminmarktpreise sogar um rund 20 Euro nach unten, wie agrarmanager-Marktexperte Olaf Zinke analysiert. Am deutschen Kassamarkt sind die Preise für Brotweizen seit Juli um etwa 11 Euro gefallen und befinden sich damit etwa auf dem Niveau von April. Auch in Frankreich haben die Weizenpreise im Juli und im August deutlich nachgegeben.

Ein Grund für den kräftigen Rückgang der europäischen Weizenpreise dürfte der gegenüber dem Dollar sehr kräftig aufwertete Euro sein. In der Folge wurden die europäischen Weizenexporte in Drittländer verteuert und die Wettbewerbsfähigkeit von europäischem Weizen am Weltmarkt verschlechtert sich.

In den ersten fünf Wochen des neuen Wirtschaftsjahres (ab Juli) verfehlten die europäischen Weizenexporte den Vorjahreswert immerhin um 64 % (!!) bzw. rund 1,7 Mio. t.

MATIF-Weizenpreise unter Vorjahreslinie

weizen_matif.png
© Olaf Zinke

Am Dienstag beendete die neue Weizenernte (September) 2017 den Handel bei 161,75 Euro/t. Damit handelte man die neue Ernte 7,0 Euro niedriger als Anfang August (168,25 Euro). Im Vergleich zum 2-Jahres-Hoch von Anfang Juli (181,75 Euro) sind die Weizenpreise am Terminmarkt sogar um 20 Euro gefallen. Im vorigen Jahr wurde der Weizen zum gleichen Termin mit 167,0 Euro notiert und damit etwa 6 Euro höher als am Dienstag.

Der Dezemberkontrakt für den Matif-Weizen wurde am Dienstag mit 167,50 Euro/t notiert. Der Märzkontrakt 2018 beendete den Handel mit 172,50 Euro/t. Außerdem kostete der Märzkontrakt 10,75 Euro mehr als der vordere Septembertermin.

Weizenpreise fallen weiter

Am Mittwoch, den 09.08.2017, gaben die Weizenpreise im laufenden Handel erneut leicht nach. Der Septembertermin wird am Nachmittag mit 161,50 Euro notiert und damit 0,25 Euro niedriger als am Vortag. Der Dezemberkontrakt beginnt den Handel mit 167,25 Euro und damit ebenfalls 0,25 Euro niedriger als am Vortag.

Auf der agrarmanager-Seite finden Sie die vollständige Analyse der Weizenpreise.

Getreideernte: So wird das Lager nicht zum Nadelöhr

Getreideernte
Landwirte, die vor der Ernte in einen größeren Mähdrescher oder Überladewagen investiert haben, wissen, wie schnell man im Lager "zugeschüttet" wird. Daher sollte auch die Annahme optimiert sein. Dabei kann auch der Mähdrescherfahrer helfen, indem er den Lageristen über Telefon oder Funk informiert, wann Partien mit höherer Kornfeuchte kommen. Der Lagerist weiß so schon im Voraus, welche Fuhren auf den Haufen und welche auf die Belüftung kommen. © agrarfoto.com
Teleskoplader im Getreide
Bei Stau an der Gosse oder im Flachlager kann man zwischenzeitlich auf eine Betonplatte abkippen. Das später nochmalige Umschlagen ist wesentlich günstiger als der Stillstand des Mähdreschers. Deshalb ist bereits vor der Ernte das Zwischenlager vorzubereiten. Denn nicht das Wasser, das auf den Stapel läuft ist schädlich, sondern jenes, das unter den Stapel läuft. © Feiffer consult
Getreidezug im Lager
Die Freifläche dient zugleich als Trocknung. Kommt feuchtes Getreide an warmen Tagen mit 20 % vom Feld, wird es auf der Betonplatte warm und fängt an zu schwitzen. Die Feuchte tritt an die Oberfläche und trocknet dann beim Belüften im Lager schneller. © Feiffer consult
Teleskoplader im Getreidelager
Eine weitere Regel in der Getreideannahme ist, dass der Lader das Lager verlässt, sodass der Abfahrer sofort hineinfahren kann und nicht warten muss. © Feiffer consult
Getreide abkippen
Außerdem wird der Anhänger nach dem Abkippen erst draußen wieder zugemacht. So hat der Lagerist genügend Zeit zum Hochschieben. © Feiffer consult
Getreidegosse
Die Gosse sollte so dimensioniert sein, dass die Menge eines Schlepperzuges hineinpasst, ohne dass nachgeschoben werden muss. Außerdem sollte die Förderleistung der Mähdrescherleistung entsprechen. Die angegebene Nennleistung kommt dabei meistens nur im Idealfall zustande, mit Abstrichen von etwa 30 % ist zu rechnen. © Feiffer consult
Weizen abtanken
LKW oder Schlepper? Auf größeren Betrieben, wo mehrere Drescher in Verbindung mit Überladewagen gleichzeitig im Einsatz sind, setzt sich immer mehr der Straßentransport mit dem LKW durch. © agrarfoto.com
LWK bei der Getreideannahme
Die Vorteile liegen auf der Hand: LKWs sind reine Transportfahrzeuge, etwa ein Drittel schneller, haben eine höhere Nutzlast und verbrauchen weniger Kraftstoff. So hat ein 40 Tonnen LKW etwa die gleichen Kosten wie ein Schlepperzug mit zwei 16 Tonnen Anhängern. © agrarfoto.com
Stoppelbearbeitung
Zudem binden LKWs keine Schlepper für die bevorstehende Bodenbearbeitung und Bestellung. © agrarfoto.com
Besprechung auf Getreidefeld
Ist man im Betrieb auf Speditionen angewiesen, wird es meistens schwieriger. Die Planbarkeit ist schlechter, die Verfügbarkeit seitens der Spedition unsicherer und die Flexibilität nicht sehr hoch. Die LKW-Fahrer müssen in der Regel eingewiesen werden, da sie Wege und Felder nicht kennen und auch mit der Abfuhrlogistik nicht vertraut sind. Für die Fahrt ins eigene Flachlager sind LKWs darüber hinaus aufgrund der Abkipphöhe eher ungeeignet. © agrarfoto.com
Unimog beim Getreidetransport
LKWs brauchen ebenes und möglichst abschüssiges Gelände, um beladen wegzukommen. Der Boden sollte zudem tragfähig sein, ein festgefahrener, beladener LKW ist ohne Schäden kaum wieder herauszuziehen. Deswegen: LKWs gehören nicht auf den Acker, sie sind reine Straßenfahrzeuge. © agrarfoto.com
Xerion mit Überladewagen
Bei der Frage LKW oder Schlepper gibt es keine Patentlösung. Die betriebliche Situation muss betrachtet und eine Kosten-Nutzen-Rechnung für die Verfahren erstellt werden. So setzt man auf Gut Derenburg in Sachsen-Anhalt beispielsweise zur Hälfte auf LKW. Die Schlepper benötigt man unter anderem beim Vorgewende. Die Schläge sind sehr groß und beim Anmähen fährt ein Schlepperzug hinter dem Mähdrescher-Umladewagen Gespann her, weil der Rückweg für einen LKW bei ungünstigem Schlagzuschnitt mitunter über 5 km betragen kann. © agrarfoto.com
Auch interessant