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Analyse

Weizenpreise am Kassamarkt kaum verändert

Dr. Olaf Zinke/agrarmanager/Nicoleta Culiuc/agrarheute
am
04.01.2016

In Europa starten die Weizenpreise am Terminmarkt zunächst einmal etwas schwächer in das neue Jahr. Ein Grund dürften die rekordhohen russischen Exportzahlen für den Monat Dezember sein.

Weizenernte

Wie der Marktexperte des agarmanagers Dr. Olaf Zinke berichtet, starten in Europa die Weizenpreise am Terminmarkt zunächst einmal schwächer in das neue Jahr. Am deutschen Kassamarkt hatten sich die Preise bis zum Jahreswechsel behauptet. In Frankreich geben die Weizenpreise indessen auch am Kassamarkt zum Jahresbeginn 2016 nach.

Wenig veränderte Weizenpreise am Kassamarkt

Am deutschen Kassamarkt haben sich die Weizenpreise im Wochenvergleich nicht verändert. Am Ende des vorigen Jahres (30.12) handelte man den Brotweizen mit zwölf Prozent  Protein am deutschen Exporthafen in Hamburg mit 174 Euro/Tonne (t). Damit waren die Preise Jahresende eben so hoch wie eine Woche zuvor (174 Euro).

  • Für  A-Weizen mit 13 Pozent Protein wurden am Exporthafen Hamburg am letzten Handelstag im alten Jahr (30.12) 178 Euro/t geboten und  eben so viel wie eine Woche zuvor (178 Euro).
  • Für E-Weizen mit 14 Prozent Protein lagen die Angebotspreise in Hamburg am am letzten Handelstag im alten Jahr (30.12) bei 199 Euro und damit  auf dem gleichen Niveau wie die Preise der Woche zuvor (199 Euro).

Beim größten europäischen Weizen-Exporteur Frankreich, wurde der Brotweizen der neuen Ernte - mit elf Prozent Protein - am wichtigsten Handelsplatz in Rouen, am heutigen Montag mit 160 Euro je t gehandelt  und damit auf zu zwei Euro niedrigeren Preisen wie eine Woche zuvor (162 Euro).

Russland kappt Exportzölle, Kältewelle

In weiten Teilen Russland sowie der Ukraine war es Ende Dezember sehr kalt und die Gefahr von Ausweitungsschäden hat vor allem in den schwachen ukrainischen Winterweizenbeständen deutlich  zugenommen. Allerdings hat es in Russland  zuletzt geschneit und das Wintergetreide ist dort vor den niedrigen Temperaturen besser geschützt.

In Russland wurden zum Jahresbeginn 2016 außerdem die Exportzölle für Weizen abgeschafft. Gleichzeitig meldet das russische Landwirtschaftsministerium, dass die  russische Getreideausfuhr im Dezember mit drei Millionen Tonnen Weizen eine neue monatliche Rekordmarke erreicht hatte (Dez. 2014: zwei Millionen Tonnen). 

Hier können Sie den vollständigen Bericht lesen ...

Auswinterungsgefahr in Deutschland und Polen?

Inwieweit die aktuelle Kältewelle in Ost- und Norddeutschland  mit Temperaturen von teilweise deutlich weniger als -10 Grad Celsius Schäden an den Winterweizenbeständen angerichtet hat, muss sich erst noch  zeigen.  Vielerorts fehlte jedenfalls eine schützende Schneedecke und der Weizen war durch das zuvor sehr warme Wetter äußerst schlecht auf den extremen Temperatursturz vorbereitet.

Das gleiche Problem dürfte im Übrigen für weite Teile Polens und des Baltikums gelten.

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