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Getreide

Weizenpreise mit wenig Luft nach oben, Trendwende möglich?

© Norbert Anspach/aboutpixel
von , am
30.06.2014

Die Weizenpreise haben derzeit offenbar wenig Luft nach oben. Auch die durchaus am Markt vorhandenen preisstützten Informationen der letzten Woche konnten die abwärts gerichtete Tendenz der Preise nicht wirklich durchbrechen.

Die Weizenernte ist abgeschlossen, doch was macht der Weizenpreis? Momentan ist der Weizen gut 38 Euro weniger wert als im April 2015. © landpixel
Die Weizenpreise haben derzeit offenbar wenig Luft nach oben. Auch die durchaus am Markt vorhandenen preisstützten Informationen der letzten Woche konnten die abwärts gerichtete Tendenz der Preise nicht wirklich durchbrechen.
 
Zwar schlossen die Kurse am letzten Freitag den Handel unverändert (Europa) oder sogar mit einem leichten Plus (USA). Im Vorwochenvergleich bewegen sich die Preise jedoch allenfalls seitwärts und die meisten technischen Indikatoren und Signale sind weiterhin bärisch und damit abwärts gerichtet.
 
So hat sich die Anzahl der Net-Short-Positionen großer Anleger (fallende Preise) am Terminmarkt in Chicago innerhalb einer Woche um 40 Prozent (%) erhöht. Auch am heutige Montag startet der Weizen in den USA und in Europa erneut im roten Bereich.

Acreage-Report könnte heftige Preisausschläge bringen

Neue Daten zur Entwicklung am US-Markt bringt heute Abend der Acreage-Report (Aussaatflächen) des USDA und die Daten zu den Lagerbeständen im Juni. Hier könnte es im Ergebnis durchaus heftige Preisausschläge und eine veränderte Marktausrichtung in den USA und auch am Weltmarkt geben.
 
Allerdings gilt das wohl deutlich mehr für Soja und für Mais als für Weizen. Großer Druck auf die Maispreise (aufgrund der US-Lagerbestände) dürfte jedoch auch den Weizen mit nach unten ziehen.

EU-Weizen pendelt seitwärts, Kassamarkt etwas fester

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
In der Europäischen Union haben sich die Weizenpreise in der letzten Woche in einem ähnlichem Muster bewegt wie in den USA. Nachdem Kurse am Terminmarkt in Paris in der ersten Wochenhälfte unter die Marke von 186 Euro je Tonne (Euro/t) gefallen waren, erholten sich die Weizenpreise in der zweiten Wochenhälfte wieder bis knapp unter 188 Euro.
 
Am letzten Freitag kostete der Weizen für den Novembertermin (neue Ernte) an der MATIF 187,75 Euro je Tonne (Euro/t) und damit knapp 0,5 Euro weniger als vor einer Woche. Am heutigen Montag Vormittag (MEZ) beginnen die Weizenpreise den Handel an der MATIF wie in den USA mit leicht nachgebenden Kursen (187,25 Euro). Am Kassamarkt haben sich die Weizenpreise für die alte Ernte weiter behauptet und für die neue Ernte leicht erholt.
 
Am Großmarkt in Hamburg handelte man den Brotweizen für den Junitermin am Freitag  unverändert mit 193 Euro/t und damit eben so teuer wie letzte Woche. Die neue Ernte (September) wurde in Hamburg mit 192 Euro/t notiert und damit zwei Euro höher. Damit kostet die neue Ernte einen Euro weniger wie die alte Ernte. 

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