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Getreide

Weizenschwarzrost in Deutschland aufgetreten

© YueJin
von , am
05.08.2013

Kleinmachnow - Die Hitzewelle in Deutschland brachte dieses Jahr eine in unseren Breiten bisher nur äußerst seltene Getreidekrankheit mit sich. An Weizenpflanzen wurde der gefürchtete Schwarzrost festgestellt.

Insgesamt acht gegen Weizenschwarzrost resistente Linien konnten registriert werden. © JKI/Kazman
Der Schwarzrost wird durch den Pilz Puccinia graminis verursacht. Die Sporen gelangten mit dem Wind aus wärmeren Regionen zu uns. Von den kranken Pflanzen geht zwar keine unmittelbare Gefahr aus, da die Sommersporen und das Pilzmyzel den Winter wahrscheinlich nicht überleben.
 
Dennoch schließen die Wissenschaftler des Julius Kühn-Instituts (JKI) eine Verbreitung des Schaderregers im Zuge der Klimaerwärmung nicht aus.

Ug99 bedroht die Weizenproduktion

"Wenn jedes Jahr neue Sporen mit Luftmassen aus wärmeren Regionen zu uns gelangen, wächst der Druck auf unsere Weizenpflanzen", sagt Dr. Kerstin Flath. Laut der Mykologin vom JKI-Standort Kleinmachnow hat insbesondere die Rostpilzrasse Ug99, die so heißt, weil sie 1999 erstmals in Uganda auftrat, ein enormes Schadpotenzial. "Die Mehrzahl der weltweit angebauten Weizensorten sind anfällig für diese Rasse, denn sie tragen nur das Resistenzgen Sr31 in sich, das leider von Ug99 überwunden wurde", so Dr. Flath weiter. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen will sie herausfinden, wie gut die deutschen Weizensorten gegen den Schadpilz gewappnet sind und ob wir es wirklich mit Ug99 zu tun bekommen.

Kühn-Institut analysiert Krankheitserreger

Ein vor kurzem gestarteter Aufruf an Weizenzüchter und Pflanzenschutzdienste brachte ein unerwartet starkes Echo. Zahlreiche Proben aus verschiedenen deutschen Anbaugebieten gingen beim JKI in Kleinmachnow ein. Sie werden nun auf anfälligen Weizensorten vermehrt und anschließend analysiert.

Pilz könnte Nutznießer des Klimawandels werden

Im kommenden Frühjahr werden die Wissenschaftler dann genauer wissen, welche Pilz-Rassen in Deutschland aufgetreten sind, und ob es Weizensorten gibt, die eine natürliche Widerstandsfähigkeit gegen diesen gefährlichen Schadpilz aufweisen. Im Rahmen von Forschungsprojekten werden am JKI seit mehreren Jahren Bekämpfungsstrategien für den Roggenschwarzrost und den Weizengelbrost entwickelt. Da die Klimaerwärmung zur Ausdehnung des Verbreitungsgebietes des Schwarzrostpilzes beitragen kann, stellen sich die Wissenschaftler nun rechtzeitig der neuen Herausforderung.

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