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Getreide

Weizenschwarzrost: Forscher entwickeln resistente Sorten

© Catrin Hahn
von , am
11.09.2013

Nairobi - Kenianische Forscher haben zwei Weizensorten entwickelt, die gegen den Weizenschwarzrost resistent sind. Die Pilzkrankheit verursacht Ertragseinbußen von 70 bis 100 Prozent.

Insgesamt acht gegen Weizenschwarzrost resistente Linien konnten registriert werden. © JKI/Kazman
Wissenschafter an der Eldoret-Universität in West-Kenia haben zwei Weizensorten entwickelt, die gegen den aggressiven Schwarzrost-Stamm Ug99 resistent sind.
 
Die verbesserten Kulturpflanzen entstanden mithilfe von Mutationszüchtung, die sich der radioaktiven Strahlung bedient. Das Ergebnis ist Teil des Projektes "Responding to the Transboundary Threat of Wheat Black Stem Rust (Ug99)", an dem mehr als 20 Nationen und internationale Organisationen beteiligt waren.

Ertragseinbußen bis zu 100 Prozent

Nachdem Schwarzrost bei Weizen seit über 30 Jahren unter Kontrolle war, trat die Pflanzenkrankheit 1999 in Uganda wieder auf und breitete sich schnell auf das benachbarte Kenia aus. Der pathogene Pilzstamm Ug99 - benannt nach Ursprungs-Ort und -Jahr - hat seither Kulturen im Iran, Jemen und in Südafrika befallen, aber auch Weizenbestände in Indien sind von den Wind-verbreiteten Sporen gefährdet. Erst kürzlich meldete das Julius Kühn-Institut das Auftreten des Pathogens auch in Deutschland.
Wird die Pilzkrankheit nicht behandelt, drohen Ertragseinbußen bei Weizen von 70 bis 100%.

'Große Bedrohung für die Ernährungssicherheit'

"Weizenrost, insbesondere der Stamm Ug99, stellt eine große Bedrohung für die Ernährungssicherheit dar. Dieses internationale Projekt mit betroffenen Ländern, Pflanzen-Wissenschaftern und Züchtern sowie internationalen Organisationen ist ein wichtiger Durchbruch in der Bekämpfung der Pilzerkrankung", sagte FAO-Generaldirektor José Graziano da Silva.

Acht resistente Linien identifiziert

In der Mutationszüchtung werden Samen oder Pflanzengewebe bestrahlt, um den natürlichen Prozess der genetischen Veränderung zu beschleunigen und daraus neue verbesserte Sorten zu entwickeln. 2009 schickte Miriam Kinyua, eine kenianische Pflanzenzüchterin, zehn Kilogramm Saatgut von fünf Weizensorten an die FAO/IAEA-Labors in Seibersdorf, wo sie für Mutationszüchtung bestrahlt wurden. Diese Samen wurden anschließend in Rost-anfälligen Gebieten in Kenia zur Selektion ausgesät.
 
Insgesamt acht resistente Linien gegen Ug99 haben Kinyua und ihre Kollegen von der Abteilung Biotechnologie an der Universität Eldoret identifiziert. Zwei davon wurden vom kenianischen Landwirtschaftsministerium offiziell als Sorten registriert, weitere vier werden in nationalen Folgestudien verwendet.
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