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Getreide

Wintergerste: Bundesweit deutlich frühere Ernte

© landpixel
von , am
07.07.2014

Hannover/Bonn/Erfurt - In etlichen Bundesländern ist vergangene Woche die Ernte von Wintergerste angelaufen. Die Ertragsaussichten werden teilweise die Erwartungen übertreffen.

Die Ernte von Wintergerste in Deutschland hat begonnen. © Mühlhausen/landpixel
Die Ernte von Wintergerste ist deutschlandweit gesehen in der zweiten Woche. Meldungen aus Rheinland-Pfalz, Thüringen und Niedersachsen liegen vor. In Niedersachsen hat die Ernte nun doch nicht so früh begonnen, wie vorab angenommen. Wegen der kühlen Witterung im Mai und Juni fiel der anfängliche Vegetationssprung von zwei Wochen auf wenige Tage zurück. Anders in Rheinland-Pfalz und Thüringen. Hier sind die Mähdrescher früher ausgerückt. Die Ernteaussichten sind für alle drei Bundesländer positiv.

Rheinland-Pfalz: Gute Erträge - niedrige Preise

In Rheinland-Pfalz erwarten die Bauern nach Angaben des Rheinischen Landwirtschafts-Verbands (RLV) im Vergleich zum Vorjahr eine gute Ernte mit einem leicht höheren Ertrag, aber niedrigeren Preisen. In der Köln-Aachener-Bucht und am Niederrhein sei die Gerstenernte wegen der sommerlichen Temperaturen teilweise schon in der letzten Juniwoche und damit rund eine Woche früher als sonst gestartet worden. Die Aussichten für Ertrag und Qualität sind laut RLV positiv.
 
Im Rheinland wachsen auf etwa 28.900 Hektar (ha) Wintergerste und auf 104.971 ha Weizen. An Getreide wurden auch Roggen (3.677 ha) und Triticale (6.900 ha) im Rheinland angebaut. Die Rapsfläche beträgt etwa 17.943 ha. Im vergangenen Jahr wurden Durchschnittserträge von 84,4 Dezitonnen je Hektar (dt/ha) beim Weizen und 71 dt/ha bei der Gerste gedroschen, so der RLV. 

Thüringen: Drusch auf breiter Front

Deutlich früher als in anderen Jahren haben auch die thüringischen Landwirte mit der Getreideernte begonnen. Wie das Erfurter Agrarressort berichtete, konnte bei warmem, sonnigem Wetter im Freistaat bereits in der vergangenen Woche und damit zehn Tage früher als im Durchschnitt der Jahre "auf breiter Front" mit dem Drusch der Wintergerste begonnen werden. Je nach Niederschlagsmengen in der jeweiligen Region erwarteten die Landwirte ein gutes bis durchschnittliches Ertragsniveau.
 
Die Anbaufläche für Getreide liegt nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Thüringen aktuell bei 357.000 ha. Mit 220.000 ha ist der Winterweizen die anbaustärkste Getreideart, gefolgt von der Wintergerste mit 73.000 ha. Marktbedingt ist die Anbaufläche von Sommergerste auf 27.000 ha weiter zurückgegangen, die niedrigste Anbaufläche seit 1990. Die Anbaufläche von Winterraps ist dagegen leicht auf gut 125.000 ha gestiegen.

Niedersachsen: Vorsprüng eingebüßt

Wie die Landwirtschaftskammer Niedersachsen mitteilte, wurde in dem Bundesland der anfängliche Vegetationsvorsprung wegen des extrem frühen und warmen Frühlings durch die relativ kühlen Monate Mai und Juni wieder weitgehend ausgeglichen, so dass die Ernte dieses Jahr nur wenige Tage früher begonnen habe als in früheren Jahren. Regelmäßige Niederschläge haben dafür laut den Kammerexperten das Wachstum begünstigt, weshalb die niedersächsischen Landwirte mit einem guten Ertrag rechnen könnten.
 
Dieser Meinung ist auch das Landvolk Niedersachsen, das für das norddeutsche Bundesland mit einer Ernte zwischen 6,2 Millionen Tonnen (Mio. t) und 6,5 Mio. t Getreide rechnet. Damit könnte das Vorjahresergebnis von 6,36 Mio. t trotz der etwas geringeren Anbaufläche wieder erreicht werden, so der Landesbauernverband. 
Mehr Prognosen und Ertragserwartungen finden Sie in unseren Themendossiers Ernte Deutschland und Ernte weltweit
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