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Getreide

Wintergerste: Ergebnisse der Sortenversuche aus Niedersachsen

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von , am
26.08.2014

Hannover - Die Prüfung der Wintergerste-Sorten ist abgeschlossen. Die Ergebnisse der Landessortenversuche legte die Landwirtschaftskammer in Niedersachsen letzte Woche vor.

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Die Landwirtschaftskammer in Niedersachsen (LWK) hat die Landessortenversuche zur Wintergerste abgeschlossen. Im Großen und Ganzen konnte die Wintergerste im Herbst 2013 nach Einschätzung der LWK in der Regel unter guten Bedingungen bestellt werden. Nach einer guten Jugendentwicklung und dem milden Winter war ein früher Vegetationsbeginn zu beobachten.
 
Die Qualitäten der Ernte 2014 waren sowohl auf den leichten als auch auf den schwereren Standorten leider nicht immer unproblematisch, berichtet die LWK. Aus der Praxis wurden regional zu geringe Hektolitergewichte gemeldet. Im Schnitt über die Sorten liegen die Werte auch in den Landessortenversuchen niedriger als in den Vorjahren. Hinsichtlich der Standfestigkeit sei in vielen der Landessortenversuche verstärkt Lager aufgetreten.

Ergebnisse für Standorte und Sorten

Die LWK hat die Gerste-Sorten in den Anbauregionen Marschböden, Lehmstandorte Nordwest,  Sandböden Nordwest, Sandböden Nordhannover und Lehmböden Südhannover sowie die Höhenlagen Mitte/West geprüft.  Die jeweils überdurchschnittlichen Sorten beziehungsweise, die die in der Prüfung gut abgeschnitten haben, sind hier aufgeführt. Die LWK gibt folgende Bewertungen für die Sorten ab:

Auf Marschböden unter den mindestens dreijährig geprüften Sorten schnitt die Hybridgerste SY Leoo aus ertraglicher Sicht am besten ab. KWS Tenor erreicht in der Wertung ein gutmittleres Ergebnis. Pelican präsentiert sich durchschnittlich und kann damit nicht ganz an die sehr guten Ergebnisse der Vergangenheit anknüpfen. Unter den zweijährig geprüften Sorten konnten die beiden Kandidaten KWS Keeper und Anja nicht an die Leistung des Vorjahres knüpfen. An neuen Sorten überzeugte in der Prüfung die Hybride Wootan aus ertraglicher Sicht.
 
Auf den Lehmstandorten Nordwest nennt die LWK SY Leoo die einzige Sorte, die mit einem leicht überdurchschnittlichen Ergebnis aufwarten konnte. Bei Antonella und KWS Meridian stellten die Prüfer eine schwächere Leistung als im letzten Jahr fest. Unter den zweijährig geprüften Sorten war Galation erneut überdurchschnittlich. Unter den erstmalig geprüften Sorten ist Wootan an der Spitze, berichtet die Kammer. Mit etwas Abstand aber immer noch deutlich überdurchschnittlich folgt Quadriga in der Wertprüfung.
 
Auf den Sandböden Nordwest erreicht SY Leoo den besten Ertrag unter den mehrjährig geprüften Sorten. Überdurchschnittliche Leistung zeigte auch Antonella. Die Sorte Loreley erbringt im zweiten Prüfjahr eine sehr erfreuliche Leistung. Ebenfalls überdurchschnittlich ist Galation. Einen gut mittleren Ertrag konnte Anja erzielen. Weit hinter den Spitzenreitern aber immer noch leicht überdurchschnittlich platzierte sich Daisy.

In der Standortgruppe Sandböden Nordhannover bestätigt KWS Tenor mit einem gutmittleren Ertrag das Ergebnis des letzten Jahres. Im nunmehr zweiten Prüfjahr präsentiert sich Anja leicht positiv und kann sich somit gegenüber dem Vorjahr etwas verbessern. Auch Daisy schneidet sehr erfolgreich ab. Wootan erreicht ein gutmittleres Ergebnis. Im Teilsortiment der zweizeiligen Sorten stellt sich Matros ein weiteres Mal nach vorne.
 
Auf den Lehmböden Südhannover ist KWS Meridian eine der Sorten, die erfreuliche Ergebnisse hervorbringt. Auch KWS Tenor lieferte konstant überdurchschnittliche Erträge. Im zweiten Prüfjahr präsentiert sich die ebenfalls doppelt GMV-resistente KWS Keeper kurz über dem Standardmittel. Anja ist im Sortenvergleich durchschnittlich. Quadriga wird als leistungsstärkste Kandidatin im Gesamtsortiment genannt. Tamina liefert ebenfalls einen guten Ertrag.
 
In den Höhenlagen Mitte/West kann SY Leoo das überdurchschnittliche Vorjahresergebnis bestätigen. Pelican tendiert leicht schwächer aber immer noch leicht überdurchschnittlich. KWS Tenor erbringt nach einem etwas schwächeren Vorjahr ein Ergebnis in Höhe des Standardmittels. Diese Sorte solle nicht zuletzt wegen der gut ausgeprägten Winterhärte für diese Anbauregion interessant sein. Unter den neuen Sorten liegen Quadriga und die Hybride Wootan gleichauf. 

Lagerbehandlung erwies sich als wirtschaftlich

Die Aufwendungen für Fungizide und Wachstumsregler betrugen nach Angabe der Kammer in den diesjährigen Landessortenversuchen durchschnittlich 125 Euro je Hektar. In Verrechnung mit den Marktpreisen falle der Geldrohertrag in der behandelten Stufe aktuell rund 650 Euro niedriger aus als noch vor zwei Jahren. Durch die hohen Ertragsunterschiede im Kornertrag zwischen behandelter und unbehandelter Stufe von über 23,3 Dezitonnen je Hektar (dt/ha) fielen auch die Direktkostenfreien Leistungen mit 224 Euro zugunsten der behandelten Stufe aktuell deutlich höher aus als in den Vorjahren.
 
Auch bei Betrachtungen der einzelnen Anbauregionen war der Einsatz von Wachstumsreglern und Fungiziden nach Bericht der Kammer überall und in allen Sorten wirtschaftlich.

Aktuelle Preislage Gerste

Die aktuelle Marktlage bis zum 24. August gibt für das Bundesgebiet für Futtergerste einen Preis von 135,24 Euro je Tonne her. Das ist gegenüber der Vorwoche eine Veränderung um 0,16 Prozent beziehungsweise 22 Cent. Hier lag der Preis noch bei 135,46 Euro je Tonne.
 

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