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Getreide

Wintergerste: Ertragsniveau regional sehr unterschiedlich

© landpixel
von , am
12.08.2013

München - Das Ertragsniveau der Wintergerste in Deutschland war in diesem Jahr sehr unterschiedlich. Das zeigt auch die jüngste Umfrage von agrarheute.com.

Anfang Juli könnte die Mähdrescher in den Frühdruschgebieten starten. © Mühlhausen/landpixel
Bei der Wintergerste hat sich das regional sehr unterschiedliche Ertragsniveau bestätigt. Zu diesem Ergebnis kam nicht nur der Deutsche Bauernverband (DBV) in seinem jüngsten Erntebericht, der vergangenen Mittwoch veröffentlicht wurde: Auch die aktuelle Umfrage von agrarheute.com spiegelt ein ähnliches Ergebnis wieder.
 
Zwei Wochen lang konnten unsere Leser abstimmen, wie sie ihren Ertrag der Wintergerste einschätzen. Insgesamt 1.843 Landwirte beteiligten sich an der Umfrage. 30 Prozent (%) der Teilnehmer schätzten dabei Ihren Ertrag auf 50 bis 60 Dezitonnen pro Hektar (dt/ha), 28 Prozent rechneten mit einem durchschnittlichen Ertrag von 60 bis 70 dt/ha, 22 Prozent gingen von einem Ertragsniveau zwischen 70 und 80 dt/ha aus und 20 Prozent gaben einen Hektarertrag von über 80 Dezitonnen an. 

Geringere Erträge auf leichten Böden

Der Deutsche Bauernverband geht momentan deutschlandweit von einem mittleren Ertrag von 65 dt/ha aus. Abgesehen von einigen wenigen Restflächen sind laut DBV die insgesamt 1,2 Millionen Hektar Wintergerste bereits abgeerntet. Ertragssteigerungen von 20 Prozent stehen dabei teilweise Mindererträgen von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gegenüber. Grund für die teilweise hohen Ertragssteigerungen ist die äußerst unterdurchschnittliche Ernte im vergangenen Jahr. Vor allem auf sandigen Böden machte die anhaltende Hitze und Trockenheit der vergangenen Wochen die guten Ernteaussichten zunichte. Während also in Regionen mit leichten Böden das Ertragsniveau geringer ausfiel als erwartet, konnte auf Flächen mit gutem Wassernachlieferungsvermögen hohe Erträge erzielt werden. Auf Standorten, wo eine frühere Abreife stattgefunden habe, muss mit einem geringeren Eiweißgehalt im Korn gerechnet werden.
 
Wie der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau (BWV), Leo Blum beim Erntegespräch erklärte, liegen die Erträge der Wintergerste unter den ursprünglich hohen Erwartungen. Insgesamt aber bezeichnete er die Wintergerstenerträge als gut. Sie lägen mit durchschnittlich 62 bis 63 dt/ha über dem langjährigen Mittel von 59 Dezitonnen.

Kälte verhinderte Ausbruch von Krankheiten

Insgesamt schätzt der DBV die Wintergerstenernte in Deutschland auf 7,8 Millionen Tonnen. Die Hektolitergewichte (hl) seien mit 63 Kilogramm (kg) bis 65 kg überwiegend zufriedenstellend, wobei die Schwankungsbreite von weniger als 60kg/hl bis zu 70 kg/hl reiche. Auch die Feuchtegehalte seien aufgrund der trockenen Erntebedingungen mit 12 % bis 15% positiv ausgefallen, so dass energieaufwendige und kostenintensive Trocknungen nicht notwendig waren.
 
Nachdem die Bauern lange auf den Sommer hätten warten müssen, habe die Ernte mit etwa 14 Tagen Verzögerung mit Volldampf starten können, erklärt der Rheinische Landwirtschaftsverband (RLV). Von Februar bis April sei es kalt gewesen. Aber die Niederschläge im Mai hätten ausgereicht, so dass das Getreide, als es den höchsten Wasserbedarf gehabt habe, genug Wasser bekommen und einen guten Ertrag hätte bilden können. Die Kälte habe dafür gesorgt, dass die Pflanzenkrankheiten nicht hätten ausbrechen und die Schädlinge die Pflanzen nicht hätten befallen können. Der RLV erwartet gute Getreideerträge. Leider würden gute Erträge aber auch niedrige Preise bedeuten, schränkte der Verband gleichzeitig ein.Weltweit werdemit guten Erträgen gerechnet, so dass die Getreidepreise vermutlich weiter fallen dürften. 

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