Login
Getreide

Wintergerste: Mehrheit rechnet mit weniger Ertrag als 2013

© landpixel
von , am
24.06.2014

Die Wintergerste reift jetzt ab, sodass die Ernte bald beginnt. Was die Ernteerwartungen betrifft, so driften diese auseinander. Viele rechnen laut der agrarheute.com-Umfrage mit weniger Erträgen als 2013.

© Mühlhausen/landpixel
Die Gerste reift gut ab, sodass die Ernte in den Frühdruschgebieten bald beginnen kann. Der Bayerische Bauernverband (BBV) rechnet noch diese Tage mit dem Start, vorausgesetzt die Witterungsbedingungen sind günstig. Was die Erträge hier betrifft, so driften die Erwartungen laut den Umfrage-Ergebnissen der jüngsten BBV-Umfrage auseinander. Doch wie sieht es bundesweit aus? Das zeigen die Ergebnisse der agrarheute.com-Umfrage zur Einschätzung der Ernteerträge bei der Wintergerste.

Über 40 Prozent erwarten weniger

Die Umfrage unter den Mitgliedern des BBV hat ergeben, dass die Ackerbauern in Unterfranken damit rechnen, weniger als im vergangenen Jahr einzufahren. Anders ihre Kollegen in Niederbayern. Sie erwarten im Vergleich zum Vorjahr mehr Ertrag. Auch bei der bundesweit angelegten agrarheute.com-Umfrage zeigt sich ein differenziertes Bild.
Von den 874 registrierten Stimmen geben insgesamt 31,8 Prozent (%) an, dass sie in diesem Jahr mehr Gerste ernten werden als im letzten Jahr. 43,4 % der Umfrageteilnehmer gehen davon aus, dass sie weniger als im letzten Jahr ernten werden. Rund 25 % (217 Stimmen) rechnen mit gleichen Erträgen.
 
Konkret gaben 138 (15,79 %) Personen an, dass sie bis zu zehn Dezitonnen mehr ernten werden. Fünf Dezitonnen mehr an Gerste einzufahren, damit rechnen minimal mehr, nämlich 140 Personen (16,02 %).
 
Über 40 Prozent der Ackerbauern schätzen, dass sie weniger ernten. Von den insgesamt 874 Umfrageteilnehmern gaben 229 (26,20 %) an, dass sie mit bis zu zehn Dezitonnen weniger Ertrag rechen als im letzten Jahr. Von fünf Dezitonnen weniger Ertrag gehen 17,16 % oder 150 Teilnehmer aus.

Früher Krankheitsdruck in den Beständen

Der Deutsche Raiffeisenverband prognostiziert für die Wintergerste eine Erntemenge von 8,7 Millionen Tonnen (Mio. t). Das ist etwas mehr als im Vorjahr (8,4 Mio. t). Nach Angaben des DRV sind die Getreide- und auch Rapsbestände aufgrund der günstigen Witterungsbedungen in ihrer Entwicklung zwei Wochen im Voraus. Früh einsetzende Vegetation und die wechselhaft warm-feuchten Bedingungen sorgen für einen Erntebeginn bereits Ende Juni.
 
Doch die günstigen Witterungsbedingungen zeigen nicht nur Vorteile auf die Getreidebestände. So habe sich ein früher Krankheitsdruck in den Beständen gezeigt. Durch den milden Winter hätten auch die Getreideschädlinge wie die -blattläuse oder -hähnchen gute Startbedingungen vorgefunden, so die Landwirtschaftskammer in Niedersachsen.
 
Die Hitzewelle, die sich Mitte Juni über Bayern erstreckte, hat zwar den Abreifungsprozess der Wintergerste deutlich beschleunigt, doch für den Ertrag förderlich war sie nicht. Nach Angaben des BBV hat man die Erwartungen auf Spitzenerträge heruntergeschraubt.
 
Global schätzt der DRV, dass die Getreideernte mengenmäßig leicht hinter dem Rekordergebnis des Vorjahres liegen wird.

Vegetationsreport: Blattläuse im Weizen

Auch interessant