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Wintergerste: Hier rechnen sich Hybriden

Andreas Reschke im Hybridgerstenfeld
Karl Bockholt, dlz agrarmagazin
am
15.08.2017

Das Klostergut Meyendorf im Bördekreis ist mit guten Böden ausgestattet. Dass Betriebsleiter Andreas Reschke Hybridsorten in die Fruchtfolge nimmt, hat aber gute Gründe: Die Region neigt zu Wetterextremen.

"Die Hybridgerstensorten sind nicht so stressanfällig wie Liniensorten", sagt Andreas Reschke, Geschäftsführer der Klostergut Meyendorf GbR in Wanzleben. Bei dem drohenden Klimawandel hielten sie etwas länger durch, so die Erfahrung des 53-Jährigen. Seit 2012 leitet er den viehlosen Marktfruchtbetrieb in Sachsen-Anhalt und ­arbeitet mit rund zehn Kollegen auf über 1.400 ha Pachtfläche zu 100 Prozent pfluglos.

  • Rund 183 ha Winterraps baut der Landwirt an. Der Ertrag lag zuletzt um die 43 dt/ha.
  • Von circa 605 ha Winterweizen hat er zuletzt im Mittel 93 dt/ha geerntet.
  • 120 ha Zuckerrüben mit 665 dt/ha Ertrag und
  • 130 ha Silomais gehören ebenso zu seiner Fruchtfolge wie
  • 160 ha Wintergerste. Davon sind 2017 erstmals über die Hälfte Hybridsorten.

Bei Gerste auch Hybriden

Andreas Reschke vor seinem Mähdrescher

Bei Wintergerste setzt Reschke seit 3 Jahren auch auf eine Hybridsorte. Damit fühlt er sich für schwierige Wetterphasen gerüstet. Wintergerste steht auch aus Fruchtfolgegründen auf seinem Anbauplan. Die Hybride sät er etwa zwischen dem 20. und 25. September mit 180 Kö./qm aus. "Das entzerrt Arbeitsspitzen, bei der Saat wie bei der Ernte", erklärt Reschke. Anschließend werden die Hybridsorten "genau so" gedüngt und mit Pflanzenschutzmitteln behandelt wie alle anderen Gersten.

Die Mehrerlöse richten sich jedoch stark nach dem Preis für Saatgut, das bei Hybriden schnell 50 bis 60 Prozent teurer ist. "2015 kosteten Liniensorten hier 75,95 und Hybriden 111,45 Euro/ha also 35,50 Euro/ha oder rund 47 Prozent mehr. 2016 lag der Preis für Hybriden schon 44 Euro/ha höher."

Erträge: Unterm Strich meist mehr

Um die Erträge vergleichen zu können, sät Andreas Reschke die Hybridsorten auf einem extra vermessenen Schlag. 2015 erntete er mit den Liniensorten Anja und Quadriga 99,4 dt/ha und mit der Hybride Wootan 106,6 dt/ha; 2016 mit Quadriga und KWS Tenor 91,2 dt/ha und mit der Hybride 100,4 dt/ha. Zur Ernte 2017 baute er auch die Liniensorte SU Ellen an. Die Gerste steht auf "eher schlechteren" Schlägen.  

"Unsere Mehrerträge mit der Hybridsorte lagen also – ganz exakt selbst erfasst – 2015 bei 7,2 dt/ha und 2016 bei 9,2 dt/ha." Für 2017 standen zu Redakionsschluss (Mitte Juli) Ertrag und Erzeugerpreis noch nicht fest. So rechnet Reschke mit den Zahlen aus 2015/16 weiter: 2016 waren die Hektolitergewichte vergleichsweise schlecht. Der Erzeugerpreis betrug nur 12,50 Euro/dt. "Unser Mehrerlös machte in dem Jahr also knapp 115 Euro/ha aus. Ziehe ich davon die 35,50 Euro Mehrkosten für Hybridsaat ab, blieben unterm Strich 2016 genau 79,50 Euro/ha mehr", berichtet er.

Der vollständige Beitrag ist im dlz agrarmagazin August 2017 erschienen.

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