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Getreide

Wintergerste: Späte Aussaat vermeidet Virusinfektionen

von , am
02.09.2015

Nach der Ernte ist vor der Ernte. Die Wahl des richtigen Saatzeitpunktes spielt jetzt wieder eine große Rolle. Wintergerste sollte lieber spät in den Boden, damit ein Virusbefall vermieden werden kann.

Um Infektionen der Gerstenkeimlinge zu vermeiden, rät das Informationssystem ISIP zu einer späten Aussaat. © Mühlhausen/landpixel
Da für die Wintergerste kein Saatgutbeizmittel mit einem gegen Virusvektoren wirksamen Wirkstoff zur Verfügung steht, gilt es mit der Wahl des richtigen Saatzeitpunktes die Infektion der Gerstenkeimlinge mit dem Gerstengelbver­zwergungsvirus und dem Weizenverzwergungsvirus zu vermeiden, rät das Informationssystem Integrierte Pflanzenproduktion (ISIP).
 
Quellen für solche Infektionen sind befallenes Ausfallgetreide, Maisbestände und Böschungen.

So verhindern Sie die Übertragung der Viren durch Blattläuse und Zikaden

  1. Ausfallgetreide rechtzeitig mechanisch oder chemisch beseitigen
  2. Wegränder mulchen
  3. Aussaat der Wintergerste nicht vor dem 20. September beginnen

Späte Aussaat, geringe Verunkrautung

Die neueren Gerstensorten reagieren in der Regel nicht mit geringeren Erträgen bei später Aussaat. Ein günstiger Nebeneffekt der späteren Aussaat ist die geringere Verunkrautung mit Ackerfuchsschwanz, Windhalm, Trespen-Arten und anderen im Herbst keimenden Unkräutern.
 
Wenn in früh gesäter Wintergerste stärkerer Blattlausbefall (mehr als 10 Prozent befallene Pflanzen) festgestellt wird, kann ab dem 2-Blattstadium ein Mittel gegen Blattläuse zur Anwendung kommen. Auf Flächen, auf denen in den vergangenen Jahren die bodenbürtigen Gerstengelbmosaikviren aufgetreten sind, sollten nur resistente Sorten zur Aussaat kommen.
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