Zum Adventsgewinnspiel

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Getreideaussaat

Wintergerste: Worauf es bei der Aussaat ankommt

Aussaat Wintergerste im Herbst
am Freitag, 24.09.2021 - 09:45 (Jetzt kommentieren)

Viren, Ackerfuchsschwanz und Aussaatzeitpunkt: Was ist bei der Gerstenaussaat zu beachten? Ein Überblick.

Was ist bei der anstehenden Aussaat der Wintergerste zu beachten? Pflanzenschutzberater aus Baden-Württemberg geben Tipps für den erfolgreichen Start im Herbst. 

Achtung vor Blattläusen und Viren

Pflanzenbauliche Maßnahmen sind das Mittel der Wahl, um Infektionen mit Viren zu vermeiden. Blattläuse und Zikaden übertragen die Virusvektoren von Gerstenverzwergungsvirus (BYDV) und Weizenverzwergungsvirus (WDV).

Daher sind Grüne Brücken in der Umgebung zu beseitigen. Dazu zählen Gräser, Ausfallgetreide und auch Mais. Das Regierungspräsidium Stuttgart rät, Ausfallgetreide zu entfernen und Wegränder zu mulchen, um Infektionen zu vermeiden.

Eine spätere Aussaat senkt das Risiko für Infektionen. Daher sollte die Aussaat möglichst im Oktober erfolgen. Achten Sie auch auf abreifenden Mais in der Umgebung. Wenn möglich, sollten Sie mit der Gerstenaussaat bis nach der (Silo-)Maisernte warten, um Virusinfektionen zu verhindern.

Mosaikvirus im Boden

Das Gelbmosaikvirus (BaYMV) ist ein weiteres lästiges Virus in der Gerste. Ein Bodenpilz überträgt das Virus; im Gegensatz zu den beiden anderen Viren lässt es sich daher nicht durch pflanzenbauliche Maßnahmen verhindern.

Stattdessen sollten Sie auf resistente Sorten setzen. Resistenzen gegen BaYMV Typ 1 vermindern auch das Risiko einer Infektion mit Typ 2.

Ist die Fläche tatsächlich mit beiden Typen befallen, ist eine doppelte Resistenz empfehlenswert.

Ackerfuchsschwanz mit Falschem Saatbett täuschen

Eine spätere Aussaat hilft nicht nur gegen Viren, sondern auch gegen Ungräser: Normalerweise laufen Ackerfuchsschanz, Trespe und Windhalm parallel zum Getreide auf. Besonders in früh gesäter Wintergerste sind Ungräser ein großes Problem.

Pflanzenbauberaterin Annika Vetter aus Heilbronn rät, die Ungräser durch ein "Falsches Saatbett" zu täuschen. Dazu wird das Saatbett schon zwei bis vier Wochen vor der eigentlichen Aussaat bereitet.

Keimt der Fuchsschwanz, lässt er sich anschließend mit Kreiselegge oder Feingrubber bekämpfen. Das funktioniert aber nur, wenn ausreichend Feuchtigkeit zum Keimen da ist. Ist es zu nass, sollten Sie lieber auf Glyphosat setzen.

Anschließend wird die Hauptkultur ohne weitere Bodenbearbeitung gedrillt oder eingeschlitzt.

Wirkstoffklassen gegen Resistenzbildung wechseln

Soll bei der Bekämpfung der Schadgräser ein Herbizid eingesetzt werden, sind folgende Schadschwellen zu beachten:

  • Windhalm 20 Pflanzen/m² 
  • Ackerfuchschwanz 30 Pflanzen/m² 

Trespen sind in der Gerste nicht chemisch bekämpfbar. Um die drängende Resistenzproblematik nicht weiter zu verschärfen, ist ein regelmäßiger Wechsel bei den Wirkstoffklassen nötig. Sie lassen sich mithilfe der Aufzeichnungen nachhalten.

Herbizide wirken am besten im Vorauflauf. "Wenn die Bodenherbizide im Nachauflauf eingesetzt werden, muss die Anwendung möglichst frühzeitig, spätestens jedoch im 1-Blattstadium erfolgen", sagt Pflanzenschutzberater Friedrich Merz vom Regierungspräsidium Stuttgart. 

Pontos bzw. Quirinus ( Picolinafen + Flufenacet) und Mateno Duo (Diflufenikan + Aclonifen)kommen in diesem Jahr neu zu den verfügbaren Herbiziden hinzu. Aclonifen war bislang nur beim Mittel Bandur im Kartoffelbau verfügbar und bringt laut Merz zusätzliche Wirkung gegen Ackerfuchsschwanz.

Mit Material von Regierungspräsidium Stuttgart, Landratsamt Heilbronn, Neckar-Odenwald-Kreis
Das agrarheute Magazin Die digitale Ausgabe Januar 2022
agrarheute digital iphone agrarheute digital macbook
agrarheute Magazin Cover

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...