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Blattkrankheiten

Wintergetreide aktuell: Jetzt mit Fungiziden behandeln oder warten?

Bestandskontrolle im Weizen in der Schossphase
am Donnerstag, 21.05.2020 - 06:10 (Jetzt kommentieren)

Bisher war das Wetter dem Getreide gnädig: Leichte Auswinterung, aber gesunde Bestände. Ein aktueller Überblick mit Videotipp.

Derzeit sind die meisten Getreidebestände noch recht gesund. Die Infektionsgefahr für Pilzkrankheiten ist witterungsbedingt gering. Ist dennoch Befall festzustellen, sollte nach der Ausbildung des Fahnenblattes der Blattapparat durch eine Abschlussbehandlung geschützt werden.

Mit Fungiziden bis zum Ährenschieben abwarten

Die Pflanzenbauberater vom Regierungspräsidium Stuttgart empfehlen, mit geplanten Ährenbehandlungen gegen Fusarium noch bis zum Ährenschieben zu warten. Das gilt für gesunde Bestände und besonders nach der Vorfrucht Mais.

Bei geringem Befall, beispielsweise mit Blattseptoria oder Gelbrost, reicht eine Zwischenbehandlung mit einer um 25 Prozent verringerten Aufwandmenge aus.

„Bei den Abschlussbehandlungen sollten Sie in befallenen Beständen Mittel mit lang andauernder Wirkung verwenden, zum Beispiel Azole mit einem Strobilurin- und/oder einem Carboxamid-Wirkstoff“, sagen die Stuttgarter Berater.

Gerste: Ramularia noch verhalten

Auch aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis berichtet die Pflanzenbauberaterin Heidi Saddedine von sehr verhaltenem Befall mit Getreidekrankheiten.

„Wintergerste hat die Ähren geschoben oder steht in der Blüte (BBCH 59-61). Netzflecken oder Rhynchosporium sind in geringem Umfang in anfälligen Sorten, die noch nicht mit Fungiziden behandelt wurden, sichtbar.“

Für die Ramularia-Sprenkelkrankheit fehlte bisher die Kombination von Feuchtigkeit mit intensiver Sonnenstrahlung. Diese Befallsbedingungen können sich aber noch entwickeln.

Bei der Fungizidplanung ist zu beachten, dass sie je nach Mittel bis Ende Ährenschieben oder Beginn Blüte eingesetzt werden dürfen.

Weizen: Nur langsamer Septoria-Anstieg

Winterweizen schiebt im Beratungsgebiet Schwarzwald das letzte Blatt (BBCH 37-39). Beraterin Heidi Saddedine: „Septoria-Tritici-Befall steigt in unbehandelten Beständen nur langsam nach oben bzw. ist auf den oberen drei Blättern nicht zu finden.“

Im Fahnenblatt-Stadium ist eine Behandlung gegen Septoria notwendig, wenn Befall auf der fünften Blattetage (F -4) bei 40 Prozent der Blätter festgestellt wird.

Gelbrost konnte sich bis jetzt nicht etablieren. Sind die Bestände überwiegend gesund, kann eine wirtschaftliche Einmalbehandlung im Stadium Beginn bis Mitte Ährenschieben (BBCH 50-55) gewählt werden, um Blatt und Ähre ausreichend zu schützen.

Empfohlene Getreidefungizide

Beraterin Saddedine gibt folgende Mittelbeispiele zur Anwendung in Weizen:

  • Adexar (2,0 l/ha),
  • Ascra Xpro (1,5 l/ha),
  • Ceriax (2,5 l/ha),
  • Champion+Diamant (0,9+0,9 l/ha),
  • Elatus Era (1,0 l/ha),
  • Elatus Era+Folpan 500SC (1,0+1,5 l/ha, Septoria-Resistenzschutz),
  • Gigant (1,0 l/ha),
  • das neue Revitrex+Comet (1,5+0,5 l/ha).

Diese Aufbrauchfristen müssen Sie einhalten

Folgende Aufbrauchfristen sind zu beachten:

  • Chlorthalonil (Amistar Opti, Zakeo Opti) bis 20.05.2020
  • Fenpropimorph (Diamant, Juwel Top, Corbel, Opus Top) bis 30.10.2020
  • Triadimenol (Ceralo, Matador) bis 28.02.2021
Mit Material von RP Stuttgart, LRA Schwarzwald-Baar-Kreis

Videotipp: Ackerbauforum aus Hessen

Dr. Marco Schneider, Pflanzenbauberater beim Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen in Alsfeld, nimmt in seinem Video-Ackerbauforum die Getreidebestände näher unter die Lupe. Wie haben sich die Spätfröste ausgewirkt und wie stark sind die Seitentriebe reduziert?

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