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Unkrautbekämpfung

Wintergetreide: Das hilft gegen Ackerfuchsschwanz

Vorauflaufbehandlung auf bestelltem Acker
am
21.09.2018
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Wenn die erste Getreidesaat im Boden ist und Wasser da ist, keimen auch Ungräser. Resistenzen sind der schlimmste Fall. Tipps, damit es gar nicht soweit kommt.

In den höheren Lagen ist das erste Getreide gesät, etwa im nordrhein-westfälischen Paderborner Hochland. Damit ist es an der Zeit, sich Gedanken zur Unkrautbekämpfung im Herbst zu machen.

Bestimmend dafür ist häufig der Ackerfuchsschwanz.

In der Regel werden die besten Wirkungsgrade mit Flufenacet-haltigen Produkten, wie etwa Cadou forte Pack oder Herold SC im Vorauflauflauf erzielt. Das berichtet die Landwirtschaftskammer (LWK) Nordrhein-Westfalen.

Bedingungen für Bodenherbizide sind nicht überall schlecht

Je kleiner der Ackerfuchsschwanz ist, desto schlechter kann er den Wirkstoff abbauen. Was für eine optimale Wirkung fehlt, ist Feuchtigkeit. Wo keine grundsätzliche Witterungsänderung zu erwarten ist, empfiehlt es sich dennoch im Vorauflauf zu behandeln: Teilweise sind in den letzten Tagen Niederschläge gefallen und auch über die Taubildung sind die Bedingungen nicht ganz schlecht.

Wo das Saatbeet beispielsweise nach einer Pflugfurche noch klutig ist, lässt sich die Herbizidwirkung durch einen Walzgang vor der Anwendung deutlich verbessern.

Im Spätherbst noch einmal nachbehandeln

Nicht erfasster Ackerfuchsschwanz muss dann im Nachauflauf ab Spätherbst erfasst werden. In der Gerste kann das mit Axial 50 passieren, in den anderen Getreidearten empfiehlt die LWK Traxos/Sword + Hasten.

In Weizen und Triticale kann auch im Frühjahr mit Atlantis behandelt werden.

Spritzfolge bei Wirkungsverlust

Wo die genannten Blattherbizide nicht mehr wirksam sind, empfiehlt sich bei starkem Ackerfuchsschwanzdruck eine Spritzfolge mit Bodenherbiziden.

Im Weizen bietet sich unter anderem die Kombination aus 0,3 l/ha Herold SC + 2,5 l/ha Boxer an. Diese wird im Vorauflauf und 10 bis 14 Tage später, zum Spitzen des Ackerfuchsschwanzes eingesetzt.

Boxer mit Auflagen

Achten Sie beim Einsatz von Boxer auf die besonderen Einsatzbedingungen:

  • Wassermenge: mindestens 300 l/ha Wasser,
  • Auf der ganzen Fläche ist eine Düse mit der Abdriftminderungsklasse 90 Prozent einzusetzen,
  • Fahrgeschwindigkeit: max. 7,5 km/h,
  • Windgeschwindigkeit: max. 3 km/ha.

Diese Vorgaben gelten für Produkte mit den Wirkstoffen Prosulfocarb oder Pendimethalin. Neben Boxer sind das auch Stomp Aqua, Activus, Malibu, Picona, Additon, Jura und Trinity.

Besonders kritisch ist die Anwendung in Regionen mit gleichzeitigem Bio- bzw. Gemüseanbau. Hier sollten nur Alternativprodukte, wie Herold SC, Cadou SC, Fence, Bacara forte, Carmina oder Lentipur 700, zum Einsatz kommen.

Spätere Saat ist von Vorteil

Mit späteren Saatterminen steigen die Aussichten auf eine erfolgreiche Ungrasbekämpfung deutlich an. „Dabei geht es nicht um extreme Saatzeitverschiebungen, schon eine Verzögerung um fünf Tage kann das Ergebnis deutlich verbessern“, rät die LWK.

Zudem reduziert eine spätere Saat die Gefahr einer Virusübertragung durch Blattläuse.

Mit Material von LWK NRW
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