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Getreideherbizide

Wintergetreide: Unkrautbekämpfung bei zunehmender Feuchtigkeit

Herbizidbehandlung im Getreide
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Klaus Strotmann, agrarheute
am
22.10.2018

Für diese Woche ist bundesweit der lang erwartete Regen angekündigt. Was ist jetzt bei der Unkrautbekämpfung zu beachten, wo sie noch aussteht?

Mit dem angekündigten Regen stellt sich die Frage nach dem optimalen Zeitpunkt für noch ausstehende Herbizidanwendungen im Wintergetreide.

Pflanzenbauberater Stefan Hörner vom Landwirtschaftsamt Ilshofen in Baden-Württemberg beobachtet bei der Wintergerste einen guten Feldaufgang: „Es ist erstaunlich, wie sie in unserer Region praktisch ohne Niederschlag aufläuft; natürlich stark abhängig von der Bodengüte.“

Empfehlungen in Wintergerste

Bei gutem Auflauf der Wintergerste kommt sehr schnell auch der Ackerfuchsschwanz. Grundsätzlich empfiehlt der Berater den Einsatz von bodenwirksamen Mitteln mit geringer Resistenzgefahr.

Gleichzeitig brauchen Wirkstoffe wie Flufenacet, Diflufenican, Pendimethalin oder Prosulfocarb für eine gute Wirkung aber eine gewisse Bodenfeuchtigkeit. Aufgrund der bisherigen extremen Trockenheit waren bislang keine zufriedenstellenden Wirkungsgrade zu erwarten. Vor dem Einsatz sollten die ersten Niederschläge abgewartet werden.

In diesem Zusammenhang wäre die Spritzung nach hinten zu verschieben eine gute Möglichkeit um dann gegebenenfalls auf die gut wirkenden Blatt-/Boden-Kombinationen zu setzen.

Späte Bodenherbizide reichen nicht mehr aus

Die Erfahrung hat auch gezeigt, dass Axial 50 bzw. Traxos auch bei kühleren Temperaturen bis Ende November eingesetzt werden können. Auf jeden Fall ist die dann zu erwartende Wirkung besser als im Frühjahr.

Bei bereits aufgelaufenem Ackerfuchsschwanz im 2-Blatt-Stadium reicht die Wirkung reiner Bodenherbizide nicht mehr aus.

Mögliche Mittelkombinationen für den Einsatz Ende Oktober/Anfang November, wenn Niederschläge fallen oder angekündigt sind:

  • Herold SC + Axial 50 (0,6+0,9 Liter/ha)
  • Bacara forte + Cadou SC + Axial 50 (0,75+0,3+0,9 Liter/ha)
  • Malibu + Axial 50 (4,0+0,9 Liter/ha)
  • Franzi (Fence) + Alliance + Trinity (0,5+0,065+2,0 Liter/ha); geringe Blattwirkung und nur bis 01.11. dieses Jahres einsetzbar.

Problem: Wenn Axial 50 bereits im Herbst eingesetzt wird, gibt es im Frühjahr keine Möglichkeit der Nachbehandlung. Berater Hörner sagt: „In aufgelaufener Gerste raten wir vom Einsatz mit Boxer besonders bei Nachtfrostgefahr wegen möglicher Schädigung ab.“

Drainageauflagen beachten

  • Auf undrainierten Flächen kann Chlortoluron (Lentipur 700, UP CTU) mit 2 bis 3 l/ha zugemischt werden.
  • Auf drainierten Flächen darf dagegen kein Chlortoluron eingesetzt werden!

Ausnahme: Trinity darf wegen der geringen Chlortoluronmenge bis 1. November dieses Jahres auch auf drainierten Flächen eingesetzt werden.

Empfehlungen in Winterweizen und Triticale

Grundsätzlich gilt hier das gleiche wie in der Wintergerste. Behandlungen sind hier im Moment nur auf Flächen mit sehr starkem Ackerfuchsschwanzdruck zu empfehlen.

Bei späteren Anwendungen sollte hier Axial 50 durch Traxos ersetzt werden. Bei „Chlortoluronanwendungen“ ist die Sortenverträglichkeit im Weizen zu beachten.

Boxer hat keine Zulassung in Wintertriticale. Atlantis WG sollte für Frühjahrsbehandlungen vorbehalten werden und nicht jetzt schon eingesetzt werden.

Mit Material von LRA Ilshofen

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